Die Storengy Deutschland GmbH möchte eine sogenannte Gasoptimierungsanlage bei Peckensen bauen. Der Wallstawer Rat erklärte am Montagabend sein Einvernehmen. Er wird jedoch darum bitten, dass die Ausgleichsmaßnahmen in der Gemeinde erfolgen.

Wallstawe l Die Erteilung des Einvernehmens mit dem Bauantrag der Storengy: Mit diesem Tagesordnungspunkt beschäftigten sich die Wallstawer Ratsmitglieder am Montag während ihrer Sitzung in der Gaststätte Zum Alten Fritz.

Doch was verbirgt sich dahinter? Eyk Meier vom Projektmanagement des Unternehmens erläuterte den Anwesenden das Vorhaben. "Wir wollen die Emission von Erdgas in der Anlage Peckensen weitgehend minimieren", erklärte er. Bislang werde die Anlage in die Luft entspannt, wenn eine Wartung anstehe. Das bedeute, dass etwa 60 Tonnen Erdgas in die Luft abgegeben würden. "Wir haben jetzt die dritte Ausbaustufe beantragt. Mit der Erweiterung würde dieser Wert überschritten. Das wird nicht genehmigt", sagte Eyk Meier.

Inbetriebnahme für Oktober 2015 geplant

Deshalb solle eine sogenannte Gasoptimierungsanlage gebaut werden. Das Gas werde im Wartungsfall in einem unterirdischen Röhrenspeicher zwischengelagert. "Die Röhren haben das Fassungsvermögen, um das gesamte Gas aufnehmen zu können", schilderte Eyk Meier. Dieses werde mit einem Verlust von etwa zehn Prozent anschließend zurückgeführt. "Damit entweichen nur noch zwischen sechs und zehn Tonnen in die Luft", fügte er hinzu. Wenn alles so wie geplant laufe, solle die Anlage im Oktober 2015 in Betrieb genommen werden.

"Wir als Gemeinde kriegen wieder als letzte vom Bauvorhaben was mit", ereiferte sich Ratsherr Ralf Bill und fügte hinzu: "Warum kommt Storengy nicht vorher auf uns zu, wenn es um Veränderungen der Anlage in unserer Gemeinde geht?" Der Unternehmensvertreter verwies darauf, dass die Peckensener die erste Speicheranlage deutschlandweit sei, die mit der Auflage bedacht werde, dass das Erdgas im Wartungsfall nicht mehr ausströmen dürfe. "Die Ideenfindung für die optimale Lösung mussten wir mit dem Amt abstimmen. Deshalb kommt der Antrag erst jetzt bei Ihnen an", begründete Eyk Meier. Die Gasoptimierungsanlage werde auf dem Firmengelände an der Straße in Richtung Wiersdorf gebaut, beantwortete er eine weitere Frage.

Bürgermeister Frank Wulff kritisierte, dass die Ersatzmaßnahmen den Schlingnattern bei Schwiesau zugute kommen sollen. "Dort ist keiner betroffen, weil dort kein Gas verpresst wird. Aber wir haben die Anlage vor der Tür", fügte Ralf Bill hinzu. Die Auskunft der Umweltbehörde, dass es in der Gemeinde Wallstawe keine Flächen für Ersatzmaßnahmen mehr gebe, wollten die Ratsmitglieder so nicht stehen lassen. "Das stimmt so nicht. Hier gibt es nahe der ehemaligen Bahnstrecke Tümpel, die renaturiert werden könnten", schlug Ratsherr Udo Herz vor.

Gespräch mit den Behörden wird gesucht

Eyk Meier schlug vor, gemeinsam auf die Behörde zuzugehen, um über das Thema Ersatzmaßnahmen noch einmal zu sprechen. "Noch ist unser Bauantrag nicht genehmigt. Uns wäre es auch lieber, wenn wir hier vor Ort etwas bewirken könnten", sagte er.

Diesem Vorschlag schloss sich der Rat. Frank Wulff fasste zusammen, dass der Rat das Einvernehmen erteile unter der Maßgabe, dass die festgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen abgelehnt und neu verhandelt werden. Dem stimmten alle Gemeinderäte zu.