2300 Autos rollen pro Tag durch den Krangener Weg. Eine von den Anwohnern geforderte Sperrung wird es nicht geben. Stattdessen soll eine Einbahnstraße das Problem mildern.

Salzwedel l Seit Jahrzehnten wohnen Wolfgang und Evelyn Meier am Krangener Weg. Doch so schlimm wie jetzt war es noch nie. Wie Messungen der Stadt zeigen, rollen täglich mehr als 2300 Fahrzeuge durch die Anliegerstraße, viele halten sich nicht an das Tempo-Limit von 30 Kilometern pro Stunde. Und obwohl die Strecke für maximal fünf Tonnen ausgelegt ist, fahren immer wieder auch schwere Lkw auf der Strecke.

Ein Beschwerdebrief, den Wolfgang und Evelyn Meier stellvertretend für viele Anwohner bereits im Mai an die Stadt geschickt hatten, war am Dienstag Anlass für einen Ortstermin des Verkehrsausschusses. Wie bereits in ihrem Schreiben forderten die Anlieger dabei, die Straße mit Pollern für den Durchgangsverkehr abzusperren.

Spätestens seit der Sperrung des sogenannten Bundesfeldweges zwischen Ritze und der B190 habe der Verkehr extrem zugenommen: "Die Straße ist für das starke Verkehrsaufkommen nicht ausgelegt", betonte Wolfgang Meier. Lärm und Erschütterungen belasteten die Anwohner, die Bausubstanz vieler Häuser habe bereits gelitten. "Zwei geparkte Autos wurden sogar schon geschrottet."

Handlungsbedarf sahen auch die Mitglieder des Ausschusses. "Die Zahlen sind erschreckend, das ist nicht hinnehmbar", sagte Vorsitzender Frank Wüstemann. "Wenn ich so viel Verkehr vor meiner Tür hätte, würde ich auch auf die Barrikaden gehen", erklärte Gerd Schönfeld (Die Linke).

"Mit Pollern verdrängen wir den Verkehr nur."

Christina Schramm, Amtsleiterin

Die von Peter Fernitz (CDU) unterstützte Anlieger-Forderung nach einem Poller fand allerdings keine Mehrheit. Christina Schramm, Leiterin des Bürgeramtes, sagte: "Mit Pollern verdrängen wir den Verkehr nur in andere Straßen."

Jost Fischer (CDU) schlug stattdessen eine Einbahnstraßenregelung vor. Gerd Schönfeld konkretisierte: Der Verkehr sollte aus der Schillerstraße in Richtung B190 geführt werden. Eine "gute Lösung" wäre die Einbahnstraße auch aus Sicht von Christina Schramm - obwohl sie wohl zu höheren Geschwindigkeiten führen würde. Mehrheitlich sprachen sich die Gremiumsmitglieder für die Umsetzung des Vorschlags aus. Wolfgang Meier erklärte zu dem Ergebnis. "Das akzeptieren wir nicht." Das Problem werde mit einer Einbahnstraße nicht gelöst. Die Bürger würden nun prüfen, "höhere Stellen" einzuschalten, kündigte Meier an. Was das genau heißt, ließ er offen.

Der Bundesfeldweg als mögliche Entlastungsstraße steht unterdessen vor dem Ausbau zur Kreisstraße. Der Stadtrat soll am 1. Oktober über die Übernahme durch den Landkreis abstimmen. Der Kreisausschuss hat einer entsprechenden Vereinbarung am Montag zugestimmt. Der Tausch ist Voraussetzung für die Ertüchtigung, die für 2015 geplant ist. (Siehe auch "Danicke fordert für Feldweg Tunnel ein").