Berliner Bären, MZ, Uniformen, ein Grenzpfahl und ein Stück Metallstreckzaun im Original stehen in Hartmut Lamberts´ Fundus. Das besondere Museum der DDR-Geschichte richtete er vor 15 Jahren ein. Die gerade aufgemöbelte Simson SA1 hat er schon 30 Jahre. Seine Frau Elke ging damit auf Jungfernfahrt.

Lüge l "Die alte Simson habe ich vor 30 Jahren von Günter Dömland aus Störpke geschenkt bekommen", erinnert sich der 64-jährige Hartmut Lamberts aus Lüge. Aber erst im letzten Winter sei er dazu gekommen, sie aufzuarbeiten. "Ich musste neue Räder anbauen", sagt er und weist auf die Reifen und die chromglänzenden Felgen. Der Rahmen der Simson SA 1, Baujahr 1956, ist lindgrün lackiert. "Das ist der Originalfarbton", betont Lamberts stolz.

Seine Frau Elke habe im Frühjahr die Jungfernfahrt der 3-PS-Motor-Maschine absolviert.

"Das sind einmalige Zeitzeugen, die an jene Ära erinnern."

Zur besseren Präsentation hat er das Sammlerstück extra aus seiner Garage vors Haus gefahren. Ebenso wie den weißen Trabi mit rotem Dach, Baujahr 1961. "An dem habe ich zusammen mit Dietmar Wolf geschraubt", erzählt der Lüger. "Damit fahre ich immer zu den Oldtimershows", fügt er hinzu. Und bei Dorffesten und anderen Festivitäten helfe ihm Wolf auch. "Dann zieht er meistens die Uniform eines DDR-Volkspolizisten an und macht einen auf ABV, Abschnittsbevollmächtigten", erzählt er augenzwinkernd. Diese und weitere Uniformen aus der früheren Zeit hat er in seinem kleinen Museum im Anbau und in der Scheune.

Dort befinden sich aber nicht nur Fahnen, alte Postkarten von der letzten Pferdestraßenbahn in Stendal aus dem Jahre 1945 und von Altmarkdörfern, weitere Motorräder und Mofas. "Das da ist mein ältestes Modell, eine Fichtel-Sachs, Baujahr 1936", sagt er und zeigt auf eine rostige Maschine. Der Roller namens Berliner Bär daneben sieht dagegen fahrbereit aus. "Ein bisschen was muss ich daran aber auch basteln", meint er und streicht liebevoll über den orangefarbenen Fahruntersatz von 1960. Das trifft auch auf die MZ jüngeren Baujahrs, nämlich 1983, zu. Und einige der anderen seiner "Schätze", die er im Laufe der Jahre gesammelt hat.

Außerdem sind da noch die Begleitpapiere aller Gefährte, fast 40 an der Zahl.

Ergänzt wird der beeindruckende Fundus von einem Original-Grenzpfosten, den er aus Bergen-Dumme holte, und einem Stück Streckmetallzaun von der einstigen innerdeutschen Grenze. "Das sind einmalige Zeitzeugen, die an jene Ära erinnern, wichtig auch für alle, die das nicht miterlebt haben", sagt Lamberts.

So auf jeden Fall auch sein zweijähriger Enkel Ilan, dem er sein nächstes Großvorhaben widmen will: Der Aufbau eines Traktors hat es ihm angetan. Der Famulus 36 steht im Freien, Baujahr 1961, ein Internetkauf, "aber nur noch ein Haufen Schrott", macht Lamberts klar und versichert: "In einem dreiviertel Jahr ist der nicht wiederzuerkennen." Das Führerhaus, das Motorgehäuse und die Räder habe er nachträglich gekauft.

"Das schaffe ich", meint er und reibt sich tatendurstig die Hände. Der Rentner lebt seit 1959 in Lüge, arbeitete als Landmaschinenschlosser in Badel und zuletzt als Brunnenbauer und Zimmerer in Gardelegen.

   

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