Von einem Erfolg sprechen diejenigen, die vor zehn Jahren die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) in Sachsen-Anhalt eingeführt haben. Im Altmarkkreis Salzwedel beteiligen sich sogar fast 94 Prozent der Ärzte an dem Projekt.

Salzwedel l"Wir sind zufrieden", sagt Janine Krausnick von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt. Das ist verständlich, wie ein Blick auf die Zahlen bestätigt. Im Altmarkkreis Salzwedel machen fast 94 Prozent der gesamten Hausärzte bei der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) mit. Das ist mehr als der Landesdurchschnitt, der bei 90 Prozent liegt.

Die HZV ist inzwischen zu einer festen Größe im medizinischen Versorgungsnetz Sachsen-Anhalts geworden. Mit dem Projekt, das vor zehn Jahren ins Leben gerufgen wurde, sorgten die AOK Sachsen-Anhalt und die IKK gesund plus mit dem Hausärzteverband Sachsen-Anhalt sowie mit Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt deutschlandweit für ein Novum.

Hausarzt kommt Lotsenfunktion zu

Das Prinzip ist einfach und plausibel: Bei der Hausarztzentrierten Versorgung fungiert der Hausarzt als Lotse, Koordinator und Organisator der medizinischen Behandlung. Er überweist den Patienten nach der Diagnose an entsprechende Fachärzte und steuert den Verlauf der Behandlung.

Die Vorteile dieser Vorgehensweise liegen unter anderem in einer verbesserten Abstimmung der Leistungen. Zudem werden überflüssige Doppeluntersuchungen vermieden. Dadurch wird die Effizienz der Behandlung gesteigert. Und die Versicherten profitieren von kürzeren Wartezeiten, zusätzlichen Vorsorgeleistungen und einer organisierten medizinischen Betreuung. Außerdem: Die Rolle des Hausarztes wird gestärkt und die Patienten mehr als bisher an seine Praxis gebunden.

Dass das System klappt, davon sind die meisten der Hausärzte im Altmarkkreis überzeugt. "49 Hausärzte sind mit insgesamt 46,25 Versorgungsaufträgen, das heißt Vollzeitstellen, im Altmarkkreis Salzwedel tätig. Davon nehmen 46 mit 43,25 Versorgungsaufträgen an der HZV teil", berichtet Janine Krausnick. Mit diesen Zahlen könne man zufrieden sein. Schließlich ist die Teilnahme der Ärzte an dem Projekt freiwillig. "Sicherlich haben die Hausärzte, die sich gegen eine Teilnahme entschieden haben, sehr individuelle Gründe", vermutet die Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt.

Insgesamt 1342 Ärzte und mehr als 400000 Versicherte sind im Land an dem Programm beteiligt.