Von Marco Heide

Salzwedel l Mario H. (Namen geändert) steht mit Freunden an der Bushaltestelle an der Lüneburger Straße in Salzwedel und unterhält sich mit seinen Bekannten. In das Gespräch mischt sich der 59-jährige Wolfgang B. ein, der auf der Bank in der Haltestelle sitzt. Genervt von den Einmischungen des 59-Jährigen platzt H. der Kragen. Er verpasst mit Stahlkappenschuhen dem älteren Mann einen Tritt gegen den Kopf und schlägt ihn danach mehrmals mit der Faust. Deshalb musste sich der 44-jährige Salzwedeler gestern wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht der Hansestadt verantworten.

Er räumte die Tat gleich zu Beginn der Verhandlung ein, konnte sich aber nicht daran erinnern. "Wenn das aber jemand gesehen hat, will ich das nicht leugnen", erklärte der Angeklagte. Die Erinnerungslücken nahm ihm Strafrichter Klaus Hüttermann nicht ab.

Nach einem Gespräch mit seinem Verteidiger räumte Mario H., der an dem Abend 2,3 Promille intus hatte, dann doch ein, sich an die Tat erinnern zu können.

Weil der 44-Jährige noch nicht vorbestraft ist, einen Job hat und das Opfer keine schweren Verletzungen erlitt, ließ der Richter noch einmal Gnade vor Recht ergehen und stellte das Verfahren gegen eine Zahlung von 1000 Euro an den Hospizverein Salzwedel vorläufig ein. "Da haben Sie mehr Schwein, als Verstand gehabt", sagte die Staatsanwältin in Richtung des Angeklagten.