Entwarnung in letzter Minute gab es Dienstagabend in Sachen "Queen Arendsee". Bis zum Abend dauerten Fehlersuche und Reparatur am Generator zur Stromversorgung an Bord an. Erst 20.30 Uhr stand fest: der Schaufelraddampfer läuft wieder.

Arendsee l Stundenlang hatte der Monteur aus Magdeburg Dienstag im engen Maschinenraum unter Deck zugebracht. Nach relativ kurzer Zeit hatte André Bäcke den ersten Fehler gefunden: Der Spannungsregler der Elektronik am Generator zur Stromerzeugung hatte den Geist aufgegeben. Nach einem Gespräch mit seinem Werkstattchef in der Landeshauptstadt entschloss er sich zum Einbau eines neuen Reglers. Den hatte er zum Glück im Gepäck.

Für die beiden Schiffskapitäne Ralf Porath und Walter Bursy war die erste Erleichterung groß. Und auch Geschäftsführer Michael Meyer von der Luftkurort Arendsee GmbH atmete auf.

Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß: Das Probeanlassen des Generatormotors zur Stromerzeugung an Bord funktionierte nicht. Bis zum Abend arbeitete der Fachmann fieberhaft an der Schadensbehebung. "Wir können nicht sagen, wann der Dampfer wieder fährt", so Meyer gegen 17.30 Uhr. Da dauerten die Arbeiten noch an.

Erst abends 20.30 Uhr gab es die erlösende Entwarnung vom Kapitän und vom GmbH-Chef. "Unsere ,Queen` läuft wieder", teilte Meyer die frohe Botschaft mit. Die gebuchten Fahrten seien gesichert. Der Mississippi-Dampfer muss also nicht aus dem Wasser für eine aufwändige Großreparatur an Land, der Rumpf für den Eingriff nicht aufgeschweißt werden, wie es schon der Fall war.

Erst im September 2011 hatte das Schiff einen neuen Antriebsmotor bekommen. Der alte war nach 20 Jahren Laufzeit ausgefallen und nicht mehr zu reparieren gewesen. Für rund 10 000 Euro war das Teil in Holland eingekauft worden.

Seitdem läuft er reibungslos, ebenso der Motor und der Generator für die Stromerzeugung an Bord. Die letzte Reparatur in diesem Bereich erfolgte im März 2006. Damals musste der 60 Tonnen schwere Schiffskoloss auf der Slipanlage an Land gehievt werden, weil die Rumpfwand aufgeschweißt werden musste. Nur so konnte der Motorblock ausgewechselt werden. Erst danach ging es auf Probefahrt und die erste reguläre Tour zu Ostern.

Mittlerweile zeigt das Schiff im 23. Jahr einige Alterserscheinungen. So waren massive Roststellen auf dem Oberdeck zu verzeichnen, die kurz vor Saisonbeginn geflickt wurden. Und bei der Ultraschalluntersuchung zur Rumpfstärkemessung im Februar 2013 stellte sich heraus, dass der Stahl an einigen Stellen schon sehr dünn geworden ist.

 

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