Mit einem besonderen Phänomen haben die Salzwedeler Wohnungsbauunternehmen und privaten Immobilienmakler derzeit zu kämpfen. Obwohl die Nachfrage nach Wohnraum groß ist, gibt es massiven Leerstand.

Salzwedel l Wer dieser Tage in Salzwedel eine Wohnung sucht, braucht nicht nur Geduld, sondern vor allem viel Glück. "Wir haben sehr viele Anfragen, können die Wünsche der Mieter aber nicht erfüllen", erklärt Gudrun Bubke, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau). Das Problem: Die meisten Anfragen gibt es für große Wohnungen mit mehr als 80 Quadratmetern. Davon gibt es jedoch nur eine begrenzte Anzahl.

"Der Trend geht zu viel Wohnfläche."

Gudrun Bubke

"Jahrelang waren kleine Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen gefragt. Deshalb haben wir viel Wert darauf gelegt, diese zu sanieren. Mittlerweile geht der Trend allerdings zu viel Wohnfläche", erläutert die Wobau-Chefin. Deshalb würden nun viele kleinere Wohnungen besonders in oberen Etagen leer stehen. "Im Wohngebiet an der Arendseer Straße haben wir enormen Leerstand zu beklagen", berichtet Gudrun Bubke.

Etwas anders gestaltete sich die Situation bei der Wohnungsbaugenossenschaft (WG) der Hansestadt. "Wir können weder die Nachfrage nach kleinen noch nach großen Wohnungen bedienen. Wer jedoch Immobilien mit 60 bis 75 Quadratmetern Wohnfläche sucht, wird bei uns fündig", sagt WG-Mitarbeiter Steffen Reinke. Zudem versuche man, durch das Herausnehmen beziehungsweise Versetzen von Wänden kleine und größere Wohneinheiten zu schaffen.

"Kaum jemand möchte noch oben wohnen."

Steffen Reinke

"Das geht allerdings nur in den oberen Etagen. Da hätten wir dann schon das nächste Problem. Denn kaum jemand möchte noch oben wohnen", erklärt Reinke. Neuen Wohnraum werde es in absehbarer Zeit geben, denn die WG baue derzeit Immobilien mit kleineren, größeren und seniorengerechten Wohnungen.

Auch bei privaten Immobilienmaklern sieht es mit Wohnraum mau aus. "Die Tendenz geht auch in der Altmark dazu, dass die Leute vom Land in die Stadt ziehen. Das erhöht natürlich die Preise, weil das Angebot geringer ist als die Nachfrage", erläutert Holger Robra, Chef von Robra-Immobilien.

Bei Leikam und Hertting Immobilien sieht es nicht anders aus. "Unsere Wohnungen werden sozusagen gar nicht erst kalt. Sobald jemand auszieht, gibt es sofort einen Nachmieter", sagt Sabine Hertting.