Salzwedel l Mehr als eine halbe Million Euro muss der Kreis zusätzlich für den Bau der Zweifelder-Sporthalle am Salzwedeler Gymnasium aufbringen. Geplant war eine Gesamtbausumme von drei Millionen Euro "Können wir den verantwortlichen Planer in die Pflicht nehmen?", wollte der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Jürgen Barth während der Kreistagssitzung am Montag wissen. Und er sorgte sich, dass "noch mehr Kosten auf den Kreis zukommen." "Nach jetzigen Stand ist das Ende der Fahnenstange erreicht", antwortete Kreis-Bauamtsleiter Dieter Kraus. Er wolle den Planer zwar nicht komplett aus der Verantwortung entlassen, verwies aber auf die lange Planungsphase, die schon 2012 begonnen habe. In der Zwischenzeit gebe es wesentliche Forderungen des Brandschutzes an derartigen Gebäude.

Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, die Außenfassade der Halle mit Kunststoffplatten zu gestalten. Keine der Firmen, die ein Angebot eingereicht hatte, konnte für die Konstruktion ein gültiges Brandschutzzertifikat vorweisen. Deshalb erfolgte eine neue Ausschreibung für eine Glas-Alu-Fassade, verbunden mit einem erheblichen Kostenanstieg von 160925 Euro.

Wesentlich teurer ist auch das Herstellen der Baugrube geworden. Der Bodenaushub konnte aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht auf dem Baustellengelände bleiben und musste auf einer Halde zwischen gelagert werden. Proben ergaben, dass die Erde belastet war und eine Spezialentsorgung erfolgen musste. Kostenpunkt: rund 250000 Euro. Die Bodenbelastung muss auch beim Einrichten der Außenanlagen berücksichtigt werden, was noch einmal zusätzliche 129075 Euro ausmacht. "Damit haben wir gar nicht gerechnet, denn wir haben auf dem Gelände vor 15 Jahren eine Schule gebaut und damals gab es mit dem Baugrund keine Probleme", erinnert der Bauamtsleiter.

Eine Deckung der zusätzlichen Kosten wird unter anderem mit 161000 Euro von insgesamt geplanten 200000 Euro für die Sanierung der Kreis-Volkshochschule in Salzwedel erreicht. Zudem sollen 379000 Euro der Rücklage der Rücklage entnommen werden.

Der Bau der Sporthalle wird mit 70 Prozent der förderfähigen Kosten aus dem Programm Stark III gefördert. Es sei davon auszugehen, dass aufgrund der Mehrkosten keine Erhöhung der Förderung zu erwarten ist. Das habe ein Gespräch mit Mitarbeitern der Investitionsbank ergeben.

Die Sanierung des Volkshochschulgebäude soll ins nächste Jahr verschoben werden. Landrat Michael Ziche beklagte in dem Zusammenhang einen "Sanierungsstau bei öffentlichen Gebäuden" wegen der angespannten Lage kommunaler Haushalte, die keinen Spielraum zuließe.