"Wir hoffen immer, den oder die Täter zu finden." Das sagt Staatsanwalt Thomas Kramer aus Stendal. Doch die Umstände des Todes eines 36-Jährigen im Jahr 2008, der in einem Waldgebiet zwischen Fleetmark und Ladekath gefunden worden war, sind noch immer nicht geklärt.

Salzwedel/Schernikau l Es war an einem Sonntag im November, am 30. des Jahres 2008, als ein Jäger die verkohlten Überreste eines Menschen in einem ausgebrannten Auto findet. In einem Waldgebiet zwischen Fleetmark und Ladekath. Im Kofferraum in sogenannter Kauerstellung mit angehockten Beinen.

Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf, die Leiche wird von der Gerichtsmedizin Hannover obduziert. Schnell ist klar, dass es sich um ein Verbrechen handeln muss. Weil die Person bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist, wird eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben, um die Identität des Toten zu klären.

Der Halter des ausgebrannten Autos - ein dunkelgrüner Toyota Avensis - kann aufgrund des noch lesbaren Nummernschildes rasch ermittelt werden. Es handelt sich um einen Mann aus dem Vissumer Ortsteil Schernikau. Doch Klarheit bringt erst die DNA-Analyse. Sie beweist, dass es sich bei dem Toten um den Halter des Fahrzeugs handelt. Und sie stellt fest, dass das Opfer nach "der äußeren Gewaltanwendung" nicht mehr lebte, als das Fahrzeug brannte. Zudem, so ermittelten die Experten der Polizei, ist das Feuer im Auto mit der Leiche des Mannes vorsätzlich mit Brandbeschleuniger entzündet worden.

Viele Fragen sind bislang immer noch offen - zumindest für die Öffentlichkeit. Denn die Stendaler Staatsanwaltschaft will keine Aussagen zum jetzigen Stand in diesem Fall machen. Zwar konnte laut Staatsanwalt Kramer die Todesursache inzwischen ermittelt werden. "Doch wir wollen dies nicht preisgeben." Als Grund dafür nennt Kramer, dass es sich bei dieser Information um sogenanntes Täterwissen handelt. Auch mit Blick auf die Todeszeit gibt sich der Staatsanwalt zugeknöpft.

Ungereimtheiten und Widersprüche

Während der intensiven Ermittlungen im Umfeld des Opfers geraten die Ehefrau und der Stiefsohn des Opfers ins Visier der Polizei. Aufgrund von "Ungereimtheiten und Widersprüchen" werden die damals 37-jährige Ehefrau und der Stiefsohn (18) als Beschuldigte vernommen. Sie streiten die Tat vehement ab. Auch eine Hausdurchsuchung bringt keinen Durchbruch bei den Ermittlungen, zu denen auch die Gruppe "Operative Fallanalyse" des Landeskriminalamtes hinzugezogen wurde.

Ende 2009 schließlich stellt die Staatsanwaltschaft den Fall nach Paragraf 170, Absatz 2, ein. Obwohl inzwischen mehr Erkenntnisse als vor fünf Jahren vorliegen, scheinen diese für eine Wiederaufnahme des Verfahrens nicht auszureichen. Eine Wiederaufnahme sei zurzeit nicht geplant, erklärt die Stendaler Staatsanwaltschaft. Trotzdem gilt der Satz: "Wir hoffen immer, den oder die Täter zu finden."