Zwischen Siedenlangenbeck und Püggen sollen sechs Windräder errichtet werden. Bei einer Einwohnerversammlung im Gemeindehaus Siedenlangenbeck wurde am Dienstagabend deshalb erbittert gestritten.

Siedenlangenbeck l "Wenn ein Gebiet für einen Windpark ausgewählt wird, dann kommt einer und baut da, so ist das nun mal", fasste es einer der Einwohner bei der Versammlung im Gemeindehaus Siedenlangenbeck zusammen. Dem vorausgegangen war ein erbitterter Streit um die geplante Errichtung eines Windparks zwischen Siedenlangenbeck und Püggen.

Die Einwohner der beiden Orte sowie der Ortschaft Audorf befürchten nicht nur Lärmbelästigung durch die Windräder selbst, sondern auch Schäden durch Baufahrzeuge. "Wie soll ich denn nachweisen, dass die Schäden an meinem Haus durch die Baufahrzeuge entstanden sind?", fragte eine Audorferin. "Da besteht kein Grund zur Sorge. Wenn die Tragfähigkeit des Weges nicht gegeben ist, dann fährt da kein Sattelschlepper lang", versuchte Angelika Kobold, Vertreterin der Enercon GmbH, die Dame zu beruhigen.

Auf die Frage, welche Art der erneuerbaren Energie sie bevorzugen würde, erklärte die Audorferin, dass doch eine Photovoltaik-Anlage die bessere Alternative wäre. "Aber es braucht eine Fläche von etwa 40 Hektar mit diesen Anlagen, um denselben Strom zu erzeugen, den ein Windrad produziert", erklärte Angelika Kobold. Diese Fläche würde dann komplett versiegelt werden, was wiederum der Umwelt schaden würde.

Frage der Lärmbelästigung intensiv diskutiert

Die Frage nach der Lärmbelästigung stellte die Frau dann aber doch. "Die beiden Windräder bei Audorf höre ich jede Nacht. Wenn ich mir vorstelle, da stehen sechs davon, dann graust es mir", sagte sie. Angelika Kobold erklärt daraufhin, dass die Gesetze vorgäben, dass der Geräuschpegel des gesamten Windparks nicht höher sein dürfe als 45 Dezibel. "Das entspricht in etwa einem Gespräch in ihrem Wohnzimmer", verdeutlichte Kobold. "Und wenn das Gespräch dann doch etwas lauter wird?", fragte ein weiterer Anwohner. Die Auflagen des Gesetzgebers zum Lärmschutz seien derart hoch, dass in diesem Falle der Windpark vorübergehend abgeschaltet werden müsse, beruhigte Angelika Kobold ihn. Zum Eklat kam es, als sich Ernst Allhoff aus Ziemendorf mit der Frage einschaltete, inwiefern die Anwohner an den Windpark angeschlossen werden könnten. "Auf die Art könnte man doch die Strompreise erheblich senken", meinte er. In die anschließende Diskussion schaltete sich Frank Leskien, Bürgermeister der Gemeinde Kuhfelde, mit dem Hinweis ein, dass die Versammlung für Einwohner sei. Zu denen gehöre Ernst Allhoff allerdings nicht, erklärte Leskien. Die beiden Bewohner Audorfs fühlten sich daraufhin ebenfalls von der Versammlung ausgeschlossen und gingen.

Als Ausgleich für den Bau des Windparks müssten andere Flächen renaturiert werden. "Diese Ausgleichsmaßnahmen könnten darin bestehen, den alten Melkstall südlich von Püggen abzureißen, ein altes Silo bei Vitzke oder die alten Schweineställe bei Leetze", nannte Elke Rösecke von der Stadt und Land Planungsgesellschaft einige Vorschläge von Enercon. Die Gesellschaft ist dafür zuständig, die Umweltverträglichkeit des Windparks zu überprüfen.