In der Salzwedeler Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber wurden mit dem Ausbau des Dachgeschosses 30 weitere Plätze geschaffen. Seit vergangenem Donnerstag leben die ersten 14 Bewohner in den neu gestalteten Räumen.

Salzwedel l Die Hälfte der Betten ist schon belegt: Seit vergangenem Donnerstag sind in die neu gestalteten Räume in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Salzwedel schon 14 Menschen eingezogen. Sie stammen aus Indien, Mazedonien und dem Kosovo. Insgesamt stehen in dem Dachgeschoss der Unterkunft, das für 450000 Euro ausgebaut worden ist, nun 30 weitere Plätze zur Verfügung. Am gestrigen Montag führte Landrat Michael Ziche durch die neuen Räume auf dem Fuchsberg.

Die Einrichtung der Zimmer fällt sehr spartanisch aus: Neben zwei Betten mit einem Rahmen aus Metall gibt es noch zwei graue Kleiderschränke, ebenfalls aus Metall. Außerdem finden sich in jedem Raum ein Kühlschrank, ein Tisch sowie zwei Stühle. Den Menschen wird in der Gemeinschaftsunterkunft in Salzwedel ein minimaler Komfort geboten. Dennoch zeigen sich die Bewohner der frisch renovierten Zimmer zufrieden. "We are happy" - "Wir sind froh", sagt die 43-jährige Malgit. Sie ist vor gut einem Monat aus Indien nach Deutschland gekommen. Auch ihren Nachbarn im Zimmer gegenüber gefällt es bislang gut in Salzwedel, wie der 29-jährige Narendra sagt. Er teilt sich das Zimmer mit seiner 25-jährigen Frau, Gyatri. Beide stammen aus Indien und leben seit Donnerstag in der Unterkunft. In seiner Heimat hatte Narendra ein Geschäft. Dieses hat er verloren, da er das Schutzgeld, das von ihm erpresst wurde, nicht mehr zahlen konnte. Englisch sprechen die Eheleute nicht, sondern Hindi. Beim Übersetzen hilft die indische Nachbarin Malgit.

Küche und Duschen werden gemeinschaftlich genutzt

"Ich habe meine Tricks, um mich mit den Bewohnern zu verständigen. Es gibt immer eine Lösung, um miteinander zu reden", sagt Jamal Al-Ahmad. Seit gut drei Wochen ist er "frisch gebackener" Sozialarbeiter in der Gemeinschaftsunterkunft, wie er sagt. Unterhalten kann er sich mit den Bewohnern dabei auf Englisch, Deutsch und Arabisch. Und wenn das nicht reiche, suche er sich jemanden im Haus, der in eine der Sprachen übersetzen kann. Als Betreuer ist Al-Ahmad, der arabische Wurzeln hat, Ansprechpartner für die Asylbewerber, die am Fuchsberg untergebracht sind.

Neben den Zimmern, in denen die bisher 14 neuen Bewohner, die zuvor in Halberstadt untergebracht waren, wohnen und schlafen, steht auch eine Gemeinschaftsküche zur Verfügung. An drei Herden kann hier gleichzeitig gekocht werden. In der Mitte des Raumes stehen große Metalltische. Gemeinschaftlich geht es auch in den Bädern zu: Zwei Duschen gibt es jeweils für Männer und Frauen. Einen Raum für gemeinsame Treffen gibt es nicht.

Durch die 30 neuen Plätze können in Salzwedel nun insgesamt 90 Asylbewerber untergebracht werden. Das reiche allerdings nicht, um die steigende Nachfrage zu befriedigen, so Michael Ziche. "Für 2015 brauchen wir neue Kapazitäten", so der Landrat. Im Altmarkkreis müssten in diesem Jahr rund 350 zusätzliche Asylbewerber aufgenommen werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 wurden 89 Menschen untergebracht. Neue Räume sollen etwa in Gardelegen geschaffen werden. Dort will der Kreis ein Objekt mit 27 Wohnungen kaufen.

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