Der erste Auftritt in der Show "TV Total" brachte ihm 30 Morddrohungen ein - weil er über einen schwulen Muslim gesprochen hatte. Kommenden Montag ist der gebürtige Salzwedeler Ingmar Stadelmann erneut Gast bei Stefan Raab.

Salzwedel l Die Liste mit seinen Auszeichnungen ist imponierend. In diesem Jahr kam noch der "RTL Comedy Grand Prix" hinzu. Ingmar Stadelmann, in Salzwedel geboren, der heute in Berlin Mitte lebt, ist auf vielen Kanälen unterwegs. Auf der Bühne, im Radio und im Fernsehen. Kommenden Montag ist er zu Gast in der Stefan-Raab-Show "TV Total". Sein erster Auftritt dort hatte ihm mehr als Ärger eingebracht.

30 Morddrohungen erhielt er, nachdem er in seinem Programm einen befreundeten schwulen Muslim erwähnt hatte. "Ich habe allen geantwortet. Nur drei ließen sich nicht umstimmen", sagte Stadelmann gegenüber der Berliner Zeitung.

Von heute bis Sonnabend tritt er mit seiner Show "Was ist denn los mit den Menschen" im Comedy Club Kookaburra in Berlin auf.

Ein Mann, ein Mikro. Das ist nicht viel, aber für Ingmar Stadelmann reicht es, um von "derbe" bis "sophisticated" (anspruchsvoll) in nur anderthalb Stunden zu reisen.

Deutschland noch ein Entwicklungsland

Was ist denn los mit den Menschen?" - beste Standup-Comedy in amerikanischer Tradition. Nur eben auf Deutsch. "Deutschland ist in dieser Art der amerikanischen Comedy immer noch ein Entwicklungsland", sagt Stadelmann. Damit sich das bald ändert, steht er regelmäßig auf der Bühne. Die Frage: "Was ist denn los mit den Menschen?" hat sich in seinem Kopf wie ein Mahnmal manifestiert. Beispielsweise wenn er Menschen in Berliner U-Bahnen sieht und das Gefühl hat: Diese Stadt hat gar keine Psychiatrie! Oder er von seiner Freundin nach drei Jahren Beziehung gefragt wird: "Onanierst du noch?"

Und er gibt offen zu: "Ich möchte ein besserer Mensch werden und mache deswegen die anderen schlecht." Dass er mit diesem Credo ankommt, zeigen die zahlreichen Preise, die der 34-Jährige inzwischen gesammelt hat. Mehr Auftritte im Fernsehen kämen ihm trotzdem gelegen. Sie müssen ja nicht immer Morddrohungen zur Folge haben.