Ein Paar aus Eickhorst wollte etwas Gutes tun: Es pflanzte am Ufer der Dumme Tannenbäume. Allerdings verstießen sie damit gegen das Gesetz, wie sie aus einem Schreiben des Altmarkkreises Salzwedel erfuhren.

Eickhorst l "Wir stehen dazu, dass wir die Bäume gepflanzt haben. Aber wir wussten nicht, dass wir das nicht dürfen. Schließlich kennt man nicht alle Gesetze", sagt Tekla Peter. Kurz darauf landete ein Anhörungs-Schreiben vom Amt für Wasserwirtschaft und Naturschutz des Altmarkkreises Salzwedel in ihrem Briefkasten. In diesem wird der Eickhorsterin vorgeworfen, ordnungswidrig Tannen im Gewässerrandstreifen der Dumme angepflanzt zu haben. Diese seien nicht standortgerecht für ein Gewässer und befänden sich zudem zu nahe am Wasserlauf. Neben dem Hinweis, dass das falsche Verhalten mit einer Geldbuße geahndet werden könne, gibt es den Vorschlag, dass die Angeschriebene die Bäume wieder beseitigt.

Familie Peter wird die Tannen vom Dumme-Ufer entfernen, das ist fest zugesagt. Allerdings findet es Tekla Peter nicht in Ordnung, dass die Verwaltung nicht versucht habe, mit ihr zu reden, bevor ein Schreiben aufgesetzt werde, in dem es nur so von Verweisen auf Gesetze wimmelt. "Ich finde ein persönliches Gespräch einfacher als den ganzen Papierkram", meint die Eickhorsterin.

Dieses Ansinnen unterstütze auch der Altmarkkreis, der sich als Dienstleistungsbehörde in der Pflicht sehe, so bürgerfreundlich wie möglich zu arbeiten, informierte Kreissprecherin Birgit Eurich. Um kleinere Sachverhalte schneller zu lösen, werde versucht, mit dem möglichen Verursacher in telefonischen Kontakt zu treten. So könnten im Gespräch eine Lösung gefunden und rechtliche Hintergründe erläutert werden.

"Ist eine Telefonnummer nicht aufzufinden, ist eine schriftliche Anhörung nicht zu umgehen. So war es leider auch im geschilderten Fall", so die Sprecherin. Um schnell eine Lösung zu finden, würde durch die Behörde in der schriftlichen Anhörung ein Vorschlag angeboten. "Der Hinweis auf die Rechtswidrigkeit des Handelns und dass dies zu einer Geldbuße führen kann, ist durch die Formvorschriften für eine Anhörung vorgegeben", informierte Birgit Eurich weiter.

Insgesamt gesehen sei es auch den Mitarbeitern des Landratsamtes am liebsten, Streitigkeiten "im Guten" zu klären oder diese gar nicht erst aufkommen zu lassen. "So bieten wir bei Bedarf unabhängig von Sprechzeiten gern Hilfe an, wenn Fragen bestehen", fügte die Sprecherin hinzu.

Familie Peter wird einen neuen Platz für die Tannen finden. Und sie wird sich weiter dafür engagieren, dass es nahe Eickhorst einladend aussieht. "Als die Elektroleitung in Richtung Winkelstedt in den Boden gelegt wurde, gab es Loch an Loch auf dem Radweg. Wir haben versucht, diesen mit unseren bescheidenen Möglichkeiten zu begradigen", nennt Tekla Peter ein Beispiel. Oder die kleine Oase zum Durchatmen am Ortsrand, die zum Hinsetzen und dem Beobachten der Natur einlädt. "Wir machen das, weil wir Freude daran haben und uns gut fühlen, wenn sich auch andere darüber freuen", fügt sie hinzu.