Mehrin l Dass die Pilzsaison ihren Höhepunkt erreicht, lässt sich unter anderem an den vielen geparkten Autos am Waldrand erkennen. Eifrige Sammler sind unterwegs, um sich Zutaten für ein leckeres Pilzgericht zu suchen. Das nimmt sich die Vienauer Naturschutz-Fachgruppe jedes Jahr zum Anlass, ihre Pilzausstellung aufzubauen. Und auch am vergangenen Wochenende fanden wieder viele Pilzfans den Weg nach Mehrin.

Zwei Tage lang hatten die Fachgruppenmitglieder verschiedene Pilzsorten in den Wäldern rund um Klötze, Kalbe und Vienau gesammelt und brachten es am Sonnabend auf eine beachtliche Zahl: Mit insgesamt 93 Pilzsorten konnten sie ihre Ausstellung bestücken. Von Fliegenpilz über Krause Glucke bis Stinkmorchel - die Besucher erhielten nicht nur einen Überblick über essbare und giftige Pilze. Die Ausstellung entwickelte sich vor allem zu einer Art Geruchsprobe. Denn viele Pilze, erklärte Naturexperte Gerhard Schnüber aus Klötze, könne man an ihrem Geruch erkennen. So zum Beispiel den gelben Knollenblätterpilz, der nach Kartoffel riecht, den grünen Anistrichterling, der seinem Namen alle Ehre macht, so wie auch der violette Rettich-Helmling oder der Kokosmilchling.

Maronen lassen sich wie Gurken einkochen

Gerhard Schnüber und seine Frau Margrit halfen den Besuchern auch, die Pilze zu bestimmen, die sie zuvor im nahegelegenen Wald unter der Führung von Fachgruppenleiter Michael Arens gesammelt hatten. Die Kalbenserin Ruth Schwarzer gab außerdem Tipps, wie man Pilze schmackhaft zubereitet. Beispielsweise ließen sich Pilze mit einem Gurkenhobel wunderbar schneiden und zum Trocknen vorbereiten. Oder man könne Maronen wie Gurken einkochen, natürlich ohne Dill. Aber auch um die Wirkung einiger Pilze wusste sie zu berichten. So könne der Verzehr eines Faltentintlings Alkoholgehalt im Blut nachweisen, da er bei Betroffenen das Gesicht lila färben würde.

Die Pilzausstellung bietet nicht nur eine Gelegenheit für Pilzfans, sich über Rezepte und Fundstellen auszutauschen. Sie soll vor allem einen Überblick über die Pilzarten geben, die in der Altmark zu finden sind. Manche Besucher waren auch auf der Suche nach Inspiration, wie die Kalbenser André Müller und Sebastian Vatge, die zum ersten Mal die Ausstellung besuchten. "Ich wollte mal sehen, was es sonst noch so gibt außer Maronen und Steinpilze", sagte André Müller. Mit dem Handy fotografierte er die genießbaren Pilze, die ihn interessierten, und begab sich nach der Ausstellung gleich in den Wald, um sie zu suchen.

Die Pilzsammlung ist nur noch heute im Mehriner Landhotel zu sehen. Danach müssen sie die Naturfreunde wieder abbauen, denn die Exponate halten sich nicht lange. Wie unglücklich das enden kann, das bekamen sie gleich zur Ausstellungseröffnung zu spüren. Denn der netzstielige Hexenröhrling, den sie tags zuvor gesammelt und drapiert hatten, war über Nacht von Maden zerfressen worden und nur noch ein Häufchen Mus. Glücklicherweise fand Margrit Schnüber am Sonnabend noch ein weiteres Exemplar, das sie kurzfristig präsentieren konnte.