Wenn es regnet, steht das Grundstück von Toni Porath aus Arendsee unter Wasser. Der Bauausschuss will jetzt eine Lösung zur Entwässerung an der Salzwedeler Straße suchen. Rohre liegen schon seit 1995 bereit. Wegen zu hoher Kosten sind sie noch nicht verlegt.

Arendsee l "Von drei Seiten strömt das Wasser bei Stark-regen auf mein Grundstück", machte Toni Porath aus Arendsee am Dienstagabend den Mitgliedern des Arendseer Bauausschusses sein Problem deutlich. Allein in diesem Jahr seien sein Hof und der Keller an der Salzwedeler Straße dreimal überschwemmt worden.

"Knietief stand dort das Wasser", erklärte er und legte Fotos von der Situation auf den Sitzungstisch im Rathaus. Im Sommer sei seine Frau beim mühsamen Kellerauspumpen noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr ausgerutscht und habe sich die Rippen gebrochen.

"Ich habe mir jetzt einen Schutzwall aus Schotter um unser Areal angelegt, aber das ist auch keine Dauerlösung", sagte er.

Denn dadurch staue sich das Regenwasser davor und auf dem Weg an der Bungalowsiedlung, auf dem die Gäste der Mutter-Kind-Kurklinik in die Stadt und zurückgehen. Als einen der Hauptgründe für die häufigen Überschwemmungen sehe er den verwilderten Graben auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dort wachsen inzwischen nicht nur Gras und Strauchwerk, sondern Bäume.

"Der Graben ist seit Jahren nicht mehr geräumt worden, so dass das Wasser dort gar nicht mehr ablaufen kann", betonte er.

Demzufolge sei auch die Wiese im Wassereinzugsgebiet dahinter jedes Jahr mehrmals überflutet. Und das habe Folgen für das sich anschließende Gelände des Wasserwerks des Wasserverbands Stendal-Osterburg. "Vielleicht sind so auch die Keime ins Trinkwasserbecken gelangt", mutmaßte Porath.

Entwässerungspläne gibt es schon seit 1995

Das Problem trete nicht zum ersten Mal auf, wusste auch Bauamtsleiter Gert Reckling. "Wir müssen nun umgehend prüfen, wer für den Graben zuständig ist", räumte er ein. Sei er ein Gewässer zweiter Ordnung, sei das der Unterhaltungsverband Jeetze. Wenn nicht, müsse die Kommune eingreifen. Er erinnerte daran, dass bereits in den 1990er Jahren an der Salzwedeler Straße eine provisorische Entwässerungsleitung gelegt worden war. "Aber für weitergehende Arbeiten fehlte es am Geld", pflichtete Ratsherr Klaus Führ, damals selbst Bürgermeister von Arendsee, bei.

Es seien 1995 Betonschalen gekauft worden und ein Entwässerungskonzept aufgestellt worden. Aber zum einen seien die Kosten von damals 3,5 Millionen Mark zu hoch für die klamme Kommune gewesen. "Und zum anderen blieb die Frage ungeklärt: wohin mit dem ganzen Wasser?" Jetzt müsse der Sache auf den Grund gegangen werden.