Die Altmärker sind häufiger krank als der Landesdurchschnitt. Das ist das Ergebnis des DAK-Gesundheitsreports 2014. Er wurde gestern von Mathias Eckstein in Stendal und von Diana Sode in Salzwedel vorgestellt.

Altmark l Der Krankenstand in der Altmark ist im Vergleich zu 2013 gestiegen. Das ist ein Ergebnis des Gesundheitsreports der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK), der gestern von Mathias Eckstein in Stendal sowie von Diana Sode in Salzwedel vorgestellt wurde. Die Ausfalltage nahmen um 0,5 Prozentpunkte auf fünf Prozent zu, landesweit stieg der Wert um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent.

Großer Zuwachs bei Verletzungen

Den höchsten Krankenstand landesweit haben allerdings nicht die Menschen in den beiden altmärkischen Landkreisen, sondern im Salzlandkreis (5,6 Prozent) vor den Landkreisen Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld und der Stadt Dessau-Roßlau (alle 5,4 Prozent). Am geringsten ist der Krankenstand mit 4,6 Prozent in den Landkreisen Harz, Börde und der Stadt Magdeburg.

Häufigste Ursache bleiben Erkrankungen des Bewegungsapparates, die mit 24,6 Prozent ganz vorne liegen. Den größten Zuwachs gab es bei den Verletzungen. Nach einer Steigerung um 61 Prozent liegt diese Diagnosegruppe nun auf dem zweiten Platz vor den Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis.

Einen Anstieg gab es auch bei den psychischen Erkrankungen, zu denen Angstzustände und Depressionen gehören. Sie belegen in der Altmark genau wie im Landesdurchschnitt den vierten Platz. Bei dieser Diagnose hat es seit 2000 einen Anstieg der Fehltage von 72 auf 205 gegeben. Das sind knapp 185 Prozent. Seit 2009 sind die Fehltage auf diesem Gebiet zudem konstant am Steigen. Den Fokus richtete das Berliner Iges-Unternehmen, das die Studie für die DAK anfertigte, auch auf die Verteilung der Krankheitstage. 4,3 Prozent der Erkrankungsfälle sind demnach für 43,6 Prozent der Fehltage in der Altmark verantwortlich. Sie sind nämlich 43 und mehr Tage krank. 31,2 Prozent sind hingegen nur einen bis drei Tage, 31,3 Prozent vier bis sieben Tage arbeitsunfähig geschrieben.

Im Rahmen des Gesundheitsreportes, den die DAK seit 2000 in Auftrag gibt, wird auch stets ein Sonderthema beleuchtet. In diesem Jahr ist es die so genannte Rushhour-Generation. Betrachtet werden die Lebensumstände der Menschen zwischen 25 und 39 Jahren. In punkto Krankenstand liegt diese Generation mit 1369 Tagen je 100 Versicherte besser als die Jüngeren zwischen 15 und 24 (1469 Tage) und die Älteren zwischen 40 und 64 Jahren (2065 Tage). "Der niedrige Krankenstand darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in diesem Alter bereits erste Ansätze für chronische Krankheiten bilden", warnen Eckstein und Sode. Immerhin sind aus dieser Gruppe bereits jeder fünfte Mann und jede vierte Frau mit Rückenproblemen in Behandlung.

Unter den 20 häufigsten Einzeldiagnosen bei Männern gab es neben den akuten Beschwerden bereits langfristige Beeinträchtigungen. Knapp sieben Prozent der Männer ließen sich wegen Bluthochdruck behandeln, der häufig in Verbindung mit Stress und Bewegungsmangel steht. Und fast 29 Prozent der Beschäftigten mussten wegen eines psychischen Leidens zum Arzt.

Als Rushhour-Generation werden die 25- bis 39-Jährigen bezeichnet, weil vermeintlich in diesem Alter Familiengründung und berufliche Karriere geschafft werden sollen.

Knapp 46 Prozent der befragten Kinderlosen in dieser Altersgruppe möchten in der Tat Kinder und Karriere und gehen davon aus, beides zu schaffen. Bei den erwerbstätigen Eltern sind 19,9 Prozent der Väter und 49,8 Prozent der Mütter der Meinung, dass sie ohne Kinder im beruflich weiter wären.

Unerfüllt bleiben die größten Wünsche an Angebote zur Familienfreundlichkeit im Unternehmen. 59,4 Prozent hätten gern einen Betriebskindergarten, den gibt es nur bei 5,9 Prozent. Die Kinderkrippe, von 50,2 Prozent gewünscht, haben nur 3,2 Prozent.

Kinderlose rauchen und trinken weniger

Elternschaft bedeutet laut der Studie nicht gleich Gesundheitsbewusstsein. Wenig oder keinen Alkohol trinken 58,4 Prozent der Eltern, 61,6 Prozent der Kinderlosen, 58,3 Prozent rauchen nicht (64,7) und 41,9 Prozent geben an, sich gesund zu ernähren (43,2).

 

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