Osteoporose ist die am weitesten verbreitete Knochenerkrankung im Alter. 7,8 Millionen der mehr als 50-Jährigen sollen von der Knochenerkrankung betroffen sein. In zahlreichen Selbsthilfegruppen - so auch in der Hansestadt Salzwedel - gehen Betroffene gegen die Krankheit an.

Salzwedel l Der kommende Montag ist nicht nur der 20. Oktober. Vielmehr wird zu diesem Termin der Welt-Osteoporosetag begangen, der 1996 ins Leben gerufen wurde. Seit 1999 steht der Tag in jedem Jahr unter einem eigenen Motto, das auf einen Aspekt der Gefährdung, an Osteoporose zu erkranken oder eine Erkrankung zu erkennen oder zu vermeiden, hinweist. 2014 lautet die Überschrift "Echte Männer bauen auf innere Stärke". Die Knochengesundheit des sogenannten "starken Geschlechts" steht damit im Blickpunkt der Kampagne.

Aktive Menschen haben ein geringeres Risiko, an Osteoporose zu erkranken als Menschen, die sich wenig bewegen. Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung in Deutschland. Mit 6,5 Millionen sind Frauen besonders häufig von der Erkrankung betroffen. Dies war auch mit ein Grund, dass vor etwa 20 Jahren eine Selbsthilfegruppe in Salzwedel gegründet wurde. "Die Jüngste ist 62, die älteste 86 Jahre", berichtet Ulrike Herold. Regelmäßig - immer montags - trainieren die Damen unter Anleitung einer Physiotherapeutin. Es geht dabei darum, der Osteoporose vorzubeugen oder sie zumindest einzuschränken. "Zweimal im Jahr bieten wir einen Kurs an, der bei den Krankenkassen abgerechnet werden kann", erzählt Herold.

Hilfe bei Beantragung von Fördergeldern

Unterstützt wird die Salzwedeler Gruppe vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Sachsen-Anhalt. Der hat seinen Sitz in Stendal. Bärbel Riep von den Selbsthilfekontaktstellen Salzwedel und Stendal betreut sämtliche Selbsthilfegruppen, die unter der Trägerschaft des Paritätischen stehen. "Wir unterstützen beispielsweise bei der Beantragung von Fördergeldern, kommen aber auch in die einzelnen Gruppen und geben Informationen", berichtet Riep im Gespräch mit der Volksstimme.

Der Salzwedeler Zusammenschluss ist jedoch nicht der einzige unter dem Dach des Paritätischen. "Eine weitere Gruppe haben wir in Klötze, zwei in Gardelegen, eine weitere in Kalbe/Milde und in Siedengrieben bei Beetzendorf", berichtet Riep. Sie steht einmal die Woche, immer mittwochs, in der Zeit von 8 bis 16.30 Uhr für Fragen in der Reichestraße 51 in Salzwedel zur Verfügung. Telefonisch ist Bärbel Riep unter 0151/16266744 zu erreichen.

Besonders gefährdet sind Frauen nach den Wechseljahren, alte Menschen und alle, die bestimmte Medikamente einnehmen müssen oder an Krankheiten der Drüsen leiden. Bei Frauen in den Wechseljahren produziert der Körper weniger Östrogen, das den Abbau von Knochen hemmt. Osteoporose im hohen Lebensalter betrifft in gleicher Weise Frauen und Männer. Weitere Risikofaktoren sind Bewegungsmangel und Rauchen. Dem Kalkverlust der Knochen lässt sich mit Kalzium- und Vitamin-D-Tabletten entgegenwirken. Reich an Kalzium sind vor allem Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse. So enthält ein Glas Milch 236 Milligramm Kalzium, zwei Scheiben Emmentaler liefern mehr als 600 Milligramm des Mineralstoffes. Kalziumreich sind auch Grünkohl, Brokkoli und Fenchel.

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