Das Schaupflügen in Brunau hat mittlerweile Tradition: Am Sonntag fand bereits die elfte Auflage statt. Neun Pferde waren auf dem Feld.

Brunau l Bahn für Bahn zieht Lotte den grauen Eisenpflug über den Acker. Wo bis eben noch grünes Gras stand, hinterlässt Lotte eine breite Furche aus dunkelbrauner Erde. Lotte ist eine Kaltblut-Stute. Gemeinsam mit acht ihrer Artgenossen war sie am Sonntagmittag beim Schaupflügen auf einem Acker in Brunau zu sehen.

Neben der kräftigen Kaltblüterin waren auch andere robuste Arbeitspferde im Einsatz. Diese zogen den Pflug allerdings nicht allein. So spannte Jens Könnecke mit Max und Frechdachs zwei Schwarzwälder an. "Die beiden setze ich auch beim Holzrücken im Wald und bei Turnierfahrten mit der Kutsche ein", sagte Könnecke. Um zum Schaupflügen nach Brunau zu kommen, nahm er einen weiten Weg auf sich: Mit seinen Tieren reiste er aus Hettstedt am Harz an. Im vergangenen Jahr war er auch schon in Brunau dabei, wie er sagte. Am Sonntag lief er allein hinter seinen Pferden her, steuerte den Pflug und achtete darauf, eine möglichst gerade Furche durch den Acker zu ziehen. "An den Pferden liegt es nicht, wenn das Resultat nicht gut ist", so Könnecke.

Einiges lernen konnten am Sonntag die Pferdebesitzer über die Arbeit mit ihren Tieren. Denn Walter Heuer, der das Schaupflügen bereits zum elften Mal in Brunau veranstaltet hat, hatte für jeden der Teilnehmer Tipps parat. Immer wieder lief er auf dem Acker umher, nahm auch schon mal die Zügel selbst in die Hand. "Ihr sollt die Leine lang lassen und nicht so weit vorn laufen", empfahl er einem Team. Seine Lehrlinge, wie Heuer die Teilnehmer nennt, würden dabei jede Belehrung annehmen, wie er sagte.

Das Pflügen gelernt hat Olaf Knopf bei Walter Heuer, wie der Holzhausener berichtete. Seine beiden Haflinger Heidi und Hanjo sind schon ein eingespieltes Team auf dem Feld. "Die beiden sind Mutter und Sohn. Heidi ist schon 27 Jahre alt", sagte Knopf und ergänzte: "Sie laufen regelmäßig vor dem Pflug. Es ist schon eine Erleichterung, wenn die Pferde wissen, was sie tun müssen." Privat pflüge Knopf auch seinen Garten mit dem Mutter-Sohn-Gespann. In Brunau ist er schon zum sechsten Mal dabei gewesen.

Nicht auf den Acker durfte hingegen der selbstgebaute Traktor von Rüdiger Franz. Er hatte von dem Schaupflügen erfahren, wusste aber nicht, dass es nur für Pferde ist. So blieb der kleine Trecker, den er vor 20 Jahren aus Schrottteilen gebaut hat - die Vorderräder stammen etwa vom Trabant, das Getriebe von einem VW - auf dem Hänger.

   

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