Schon jetzt beschäftigt das Osterfeuer im kommenden Jahr die Brunauer Ortschaftsräte. Auf dem Platz, auf dem immer abgebrannt wird, liegt jede Menge Unrat, und die Feuerwehr will die Veranstaltung nicht mehr ausrichten.

Brunau l Als Brunaus Ortswehrleiter Andy Garz am Dienstagabend im Brunauer Gemeinderat ankündigte, dass sich die Wehrleute außerstande sehen, sich künftig um das Osterfeuer zu kümmern, herrschte erst einmal erstauntes Schweigen unter den Ratsleuten. Garz erklärte auch gleich, warum die Wehr sich zurückziehen will: "Wir wissen nicht, wie wir das mit elf Aktiven, von denen die meisten auswärts arbeiten, schaffen sollen." Die wenigen Brunauer, die sich noch in der Feuerwehr engagierten, seien mit den Diensten und der Ausbildung ausgelastet. Ein Punkt, der Wehrleute nicht gerade motiviere, sei zudem der viele Unrat auf dem Osterfeuerplatz. "Alle kehren alles breit, und es liegt noch die Asche vom vorigen Jahr dort", beschwerte er sich. Zudem halte sich keiner daran, nur organisches Material dort abzuladen, das verbrannt werden kann. Garz: "16 Autoreifen haben wir im vergangenen Jahr aussortiert." Plüschtiere, Fernseher, Möbel und anderer Müll würden dort abgekippt und mit Buschwerk getarnt.

Gelände soll verschlossen werden

Das hat auch Ortschaftsrätin Ortrun Cyris beobachtet. "Dort gibt es bereits jede Menge Ungeziefer. Das kann so nicht weitergehen", sagte sie und forderte, den Platz zu verschließen. Dem stimmten auch die anderen Ortsräte zu. Sie einigten sich darauf, dass der Platz nur noch jeden ersten Sonnabend im Monat von 9 bis 12 Uhr geöffnet sein soll. Grünschnitt werde dann unter Aufsicht angenommen. Wer dies übernehmen kann, soll in den nächsten Wochen geklärt werden. Nach Möglichkeit soll diese Regelung bereits ab dem 1. November gelten.

Blieb noch das Problem, wohin mit dem bereits abgelagerten Material. "Einmal müssen wir es noch abbrennen", betonte Cyris. Wehrleiter Andy Garz erklärte sich bereit, mit seinen Wehrleuten die brandtechnische Absicherung zu übernehmen. "Aber nicht den Ausschank", so Garz. Dieser Aufwand sei mit dem wenigen Personal, das zur Verfügung stehe, nicht zu stemmen. "Die Leute können sich ja was zu trinken mitbringen", schlug er vor.

Eine Aussicht, der Ortsbürgermeister Ulrich Melzian wenig abgewinnen konnte. Überhaupt sei das Osterfeuer eine Traditionsveranstaltung, "die nicht so einfach sterben darf", sagte er. Deshalb wird nun jemand gesucht, der den Ausschank übernehmen will. Das kann aus Sicht des Ortschaftsrates ebenso ein privates Unternehmen wie ein Verein sein. Zuerst sollen Vertreter des SV Brunau gefragt werden, ob die Vereinsmitglieder die Versorgung beim Osterfeuer absichern wollen. Aber auch andere Interessenten können sich beim Ortsbürgermeister melden.