Salzwedel l Damit Schüler der Jeetzeschule in Salzwedel herausfinden können, welchen Beruf sie später mal ausüben wollen, absolvieren sie in der siebten bis neunten Klasse pro Jahr ein Praktikum. Dabei gehen sie für zwei Wochen in verschiedene Betriebe.

So auch Fabian Arft. Nachdem der Neuntklässler bereits zwei Praktika hinter sich hat, arbeitete er in den vergangenen zwei Wochen in der Autowerkstatt "Auto Plus" an der Karl-Marx-Straße. In dem "angenehmen Arbeitsumfeld" half er beim Reparieren von Autos und erledigte kleinere Arbeiten wie Reifen- oder Ölwechsel, Licht testen oder Schrott wegbringen. Weil dies aber mit Schmutz verbunden ist, benötigte Fabian entsprechende Arbeitskleidung.

Und zur Sicherheit Stahlkappenschuhe und Handschuhe. "Körperlich war die Arbeit nicht sehr anstrengend sie machte sogar viel Spaß. Und sie hat mich darin bestärkt, später einen Beruf in dieser Richtung auszuüben", berichtet Fabian.

"Das Coolste war, als wir die Reifen gewechselt haben."

Fabian Arft

"Das Coolste war, als wir die Reifen von einem Mazda RX8 gewechselt haben." Fabian hat sein Praktikum seit gestern hinter sich, aber hätte nichts dagegen gehabt, wenn es länger gedauert hätte. Auf jeden Fall war es für ihn "interessanter als der normale Schulalltag". Hannah Wnuck von Lipinski absolvierte im Fotostudio Wunberger in der Holzmarktstraße ihr Praktikum. Der Betrieb besteht aus Detlef Wunberger, zwei Mitarbeiterinnen und hin und wieder einem Praktikanten. Zufällig absolvierte mit Hannah noch ein anderes Mädchen ein Praktikum in dem kleinen Betrieb. Zum Üben fotografierten sie sich gegenseitig. Weiterhin machten sie Passbilder, Fotos von Salzwedeler Sehenswürdigkeiten, erledigten Arbeiten im Atelier und probierten sich an Bildbearbeitungsprogrammen aus.

Hannah, sie geht in die neunte Klasse, möchte später "im Bereich Medien, speziell Fotografie" tätig sein. Als Beruf könnte sie sich Fotografin gut vorstellen. An Schutzkleidung musste sie Handschuhe tragen, damit die Bilder sauber blieben. Als besonders schön empfand Hannah das Fotografieren einer Ente. Die Arbeit am Computer fand sie zwar nicht so toll, aber insgesamt hat "das Praktikum viel Spaß gemacht".

Wenn Schüler herausfinden wollen, was sich eigentlich hinter dem Verkaufstisch der Adler-Apotheke in der Neuperverstraße verbirgt, müssen sie dort ein Praktikum machen. So auch Maximilian Jürschick, der die neunte Klasse der Jeetzeschule besucht. Er sortierte Medikamente ein, füllte Ware ab und kümmerte sich um das Abfassen von Süßigkeiten. - Abfassen ist einer der Begriffe, die jeder Apotheker benutzt.

"Das heißt so viel wie abfüllen oder auffüllen", berichtet Katrin Roth, Chefin der Apotheke. Außerdem beschäftigte sich Maximilian mit der sogenannten "Inventur" (der Bestandsaufnahme von Waren) und dem Auspreisen von Medikamenten. Aus Geheimhaltungsgründen darf er nicht all seine Tätigkeiten offenbaren. Auf die Idee, in einer Apotheke zu arbeiten, hatte ihn ein Freund gebracht.

Maximilian machten fast alle Aufgaben viel Spaß, weil er nicht immer das Gleiche erledigen musste. Wegen der Abwechslung und der Vielseitigkeit fand Maximilian das Einsortieren von Ware am spannendsten. Weniger interessant sei dagegen das Abfüllen von Tee gewesen.

Maximilian überlegt zwar noch, könnte sich nach dem Praktikum aber durchaus vorstellen, später einmal Apotheker zu werden.

 

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