Es häufen sich Beschwerden über den Qualm von Gartenfeuern. Der Kreis verteidigt seine Strategie mit wenig Abgabemöglichkeiten für Grünabfall und weiten Wegen für die Bürger. Die Mehrheit der Kreistagsfraktionen sieht das ebenso.

Salzwedel l Kaum hat sie begonnen, die Zeit der Gartenfeuer, spaltet sich die Bevölkerung in zwei Lager: Jene Menschen, die froh sind, dass sie Grünschnitt verbrennen können und sogar Spaß daran haben, und jene, die sich von der unvermeidlichen Rauchentwicklung belästigt fühlen. Und so gibt es auch am Volksstimme-Lesertelefon Beschwerden von den Gegnern der Verbrennungspraxis. Sie fordern vom Kreis, die entsprechende Satzung zu ändern und das Verbrennen stärker einzuschränken.

Ungeeignetes Material

"Wenn sich alle an die Satzung halten würden, gäbe es weit weniger Belästigungen", sagte gestern der zuständige Dezernent Hans Thiele auf Volksstimme-Anfrage. Denn von Feuer zu Feuer gebe es erhebliche "Qualitätsunterschiede" hinsichtlich des verbrannten Materials. Wenn feuchtes Laub oder andere ungeeignete Abfälle unter das Feuerholz gemischt würden, sei klar, dass es "wie verrückt qualme".

Der Kreis versuche zudem, mit fünf Annahmestellen für kompostierbare Abfälle in Salzwedel, Gardelegen, Klötze, Arendsee und Diesdorf den Anfall von zu verbrennendem Grünschnitt zu minimieren. Auch andere Gemeinden wie Kalbe hielten diese Möglichkeiten vor. Immerhin 5000 Tonnen sind an den Kreisannahmestellen bisher abgegeben worden, erklärte er.

Das System soll weiter ausgebaut werden. Andererseits setze ein Flächenlandkreis mit 38 Einwohnern je Quadratkilometer dahingehend Grenzen. Und es gebe auch zahlreiche Bürger, die keine Anhänger oder andere Möglichkeiten hätten, Baum- oder Strauchschnitt zu transportieren. In der anstehenden Diskussion über die Einführung der Biotonne müsse das Thema ohnehin noch einmal näher beleuchtet werden. Dann soll mehr kompostierbarer Müll vom Kreis angenommen werden, erklärte der Dezernent.

Die Zeiten für das Verbrennen weiter einzuschränken, bringe aus seiner Sicht nicht viel. Denn wenn es beispielsweise nur jeweils drei bis vier Wochen im Frühjahr und im Herbst erlaubt sei, wäre nur noch alles verraucht und führe zu den gleichen Beschwerden. "Es gibt nur zwei Konsequenzen: die Feuer zu erlauben oder zu verbieten", betonte Thiele.

Das sieht auch Gabriele Gruner, Kreistags-Fraktionsvorsitzende der Linken, so. Sie appelliert an das gute Miteinander und die Rücksichtnahme unter den Nachbarn. In einer ländlichen Region wie dem Altmarkkreis mit seinen vielen Gärten wäre es nicht richtig, das Verbrennen von geeigneten organischen Materialien zu verbieten oder extrem einzuschränken, findet sie.

Klötzes Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Mann würde die bisherige Regelung ebenfalls so belassen. "Eine Einschränkung auf Wochentage oder Uhrzeiten würde zu weiteren Problemen führen", findet er. Eine Überprüfung wäre schwierig und würde Kosten verursachen. Zum anderen sei ein Verbrennen an bestimmten Tagen und Uhrzeiten allein vom Wetter her nicht unbedingt ideal. "Eher sollte der gesunde Menschenverstand bei jedem gefragt sein, wenn es darum geht, wann mache ich mein Feuer", sagte er. Zu beachten seien Windrichtung, Wetterlage, Nachbarschaft und ähnliches.

Rücksichtnahme genügt

Der Fraktionschef der Grünen und der Freien Liste, Frank Rossau, sieht das ebenso und sagt: "Rücksichtnahme sollte genügen."

An den SPD-Fraktionchef und Landtagsabgeordneten Jürgen Barth sind zahlreiche Beschwerden herangetragen worden, und er hat Verständnis dafür. "Wir sollten überdenken, ob wir die Zeiten nicht einschränken", betont er. Er schlug drei bis vier Wochen vor. In anderen Kreisen werde das bereits wesentlich restriktiver gehandhabt. Es sollte mehr dazu übergegangen werden, Gartenabfälle verrotten zu lassen, statt sie zu verbrennen.