Der Altmarkkreis will im kommenden Jahr die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners organisieren und koordinieren. Es wird für das gesamte Kreisgebiet mit Kosten von 100000 Euro gerechnet. Zahlen müssen die jeweiligen Eigentümer der Bäume.

Salzwedel l Im Altmarkkreis soll es 2015 eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner geben. Einen Vorschlag an die Städte und Gemeinden stellte Bettina Weber von der Unteren Naturschutzbehörde im Kreis-Umwelt- und Ordnungsausschuss vor. Die Vorbereitungen dazu sind bereits in diesem Jahr gelaufen. Unter anderem ist eine Karte mit Verbreitungsschwerpunkten erarbeitet worden. Sie weist 324 Objekte in allen Städten und Gemeinden aus, an denen der Schädling festgestellt worden ist. Es handelt sich um Einzelbäume oder Baumgruppen, von denen eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen könnte.

Mit Bürgermeistern bereits gesprochen

Auch mit den Bürgermeistern sei bereits über ein gemeinsames Vorgehen gesprochen worden, merkte Landrat Michael Ziche an. Ursprünglich sei für dieses Jahr von einem weitaus geringeren Befall ausgegangen worden, als tatsächlich eingetreten ist. So hätten es Fachleute prognostiziert.

Für 2015 werde ebenfalls mit einem verstärkten Auftreten gerechnet. "Es ist schon erschreckend", sagte Ziche. Schuld seien klimatische Veränderungen, sagen die Experten. "Es ist nicht davon auszugehen, dass wir das Problem vollständig in den Griff bekommen", betonte der Landrat. Es gehe darum, die größten Unzulänglichkeiten abzustellen, die von den befallenen Bäumen ausgehen.

Dass die Gefahren nicht ohne sind, erklärte Bettina Weber. Eine Raupe habe bis zu 700000 Brennhärchen, die Hautausschlag oder schwerere allergische Reaktionen beim Menschen hervorrufen können. Die Nester, in denen die Raupen leben und sich häuten, können bis zu einem Meter groß sein, und es wurden bereits Bäume entdeckt, an denen bis zu fünf solcher Gespinste zu verzeichnen waren. Der Eichenspinner rücke zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit und bereite den Bürgern Sorge.

Die Untere Naturschutzbehörde will bei der Bekämpfung die Verantwortung übernehmen und die Leistungen ausschreiben. Es seien chemische und mechanische Maßnahmen möglich. Erfahrungen aus anderen Landkreisen zeigten, dass ein Mix aus allen, abhängig vom jeweiligen Standort der Bäume, am besten wirke. Das Absaugen der Nester sei die effektivste, sicherste, aber auch teuerste Methode, erklärte Weber. Beim Einsatz von Spitzmitteln habe sich das Ausbringen vom Boden aus bewährt. Die sogenannte aviochemische Bekämpfung aus der Luft sei die schwierigste Form, weil alle Bedingungen wie Temperatur, Wind, Zeitpunkt stimmen müssten. Die Wirksamkeit sei sonst stark eingeschränkt, wie sich im Nachbarlandkreis Stendal gezeigt habe. Ein weiterer Nachteil sei, dass andere Schmetterlingsarten beeinträchtigt würden. Es sei bei allen Bekämpfungsarten davon auszugehen, dass bis zu 25 Prozent der Population überlebt.

Kosten von etwa 100000 Euro

Für alle erfassten, befallenen Bäume im Kreis wird mit Kosten von 100000 Euro gerechnet. Etwa 50000 Euro müssten Städte, Gemeinden oder Privatbesitzer aufbringen. Für die anderen Eichen sei der Kreis zuständig. Ziche betonte, dass es nicht um alle Eichen gehe, sondern nur um solche, die eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Ziche: "Ansonsten wäre wohl eine hohe sechsstellige Summe erforderlich." Er geht davon aus, "dass uns Thema noch einige Jahre begleitet. Falls sich das Klima nicht ändert".