Die Signale für eine weitere Saison im Apenburger Waldbad stehen auf Grün. Der Rat hat sich am Dienstagabend einstimmig für die Öffnung ausgesprochen, nachdem das Defizit der Einrichtung in diesem Jahr auf einen historischen Tiefstand gedrückt werden konnte.

Apenburg l Die Zahlen sprechen für sich: Ganze 11000 Euro muss die Gemeinde Apenburg-Winterfeld in diesem Jahr aus der kommunalen Kasse für das Apenburger Waldbad zuschießen, um das Defizit der Einrichtung auszugleichen. 2012, im letzten Jahr vor der einjährigen Zwangspause, betrug der Zuschussbedarf noch 46000 Euro (damals noch aus dem Etat der Verbandsgemeinde) und auch in früheren Jahren waren regelmäßig um die 40000 Euro fällig, um Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. "Das ist ein überraschend gutes Ergebnis", freute sich Bürgermeister Harald Josten am Dienstagabend im Gemeinderat und dankte vor allem dem Förderverein und allen aktiven Helfern für ihren Beitrag.

Ausgaben sanken von 55000 auf 24000 Euro

Dass nur 2600 Besucher ins Bad kamen (2012 waren es 6500, im Jahr davor 6300), liegt laut Fördervereins-Chef Jürgen Ulrich an der verkürzten Saison. "Wenn wir im nächsten Jahr vom 15. Mai bis 15. September öffnen würden, kämen auch mehr Leute", erklärte er. Viele Leute hätten jedoch in diesem Jahr extra Jahreskarten gekauft, um Solidarität mit dem Bad zu bekunden, seien aber selbst nicht baden gegangen. Daraus resultieren die mit 11000 Euro relativ hohen Einnahmen (2012 waren es 9000, im Jahr davor 10000 Euro) trotz weniger Besucher.

Vor allem aber konnten die Ausgaben drastisch gesenkt werden. Betrugen diese 2010 noch 60000 Euro und 2012 immerhin noch 55000 Euro, so müssen in diesem Jahr lediglich noch 24000 Euro aufgebracht werden.

Grund ist vor allem der Wegfall der Personalkosten für den bisherigen Schwimmmeister.

"Die Zahlen und der geleistete Einsatz der Bürger zeigen, dass das Bad gewollt ist und wir weitermachen sollten", appellierte Jürgen Ulrich an seine Ratskollegen, ein eindeutiges Signal zu geben, dass die Einrichtung auch im nächsten Jahr öffnet. Die Zusage sei auch deshalb notwendig, um die Rettungsschwimmerproblematik rechtzeitig angehen zu können. In der vergangenen Saison konnte diese Position nicht immer ausreichend besetzt werden, so dass es zu unregelmäßigen Öffnungszeiten des Bades kam. "Da müssen wir mehr Kontinuität rein bekommen", meinte Ratsherr Peter Warlich. Der Apenburger zeigte sich ebenfalls überrascht von der sehr guten Bilanz des Bades. "Mit 20000 Euro Defizit habe ich gerechnet, dass es dann sogar nur 11000 Euro geworden sind, ist richtig toll. Ein Dank vor allem an den Förderverein", erklärte Warlich.

Bürgereinsatz ist gefragt, um die Zahlen zu halten

Angesichts der Zahlen fiel dem Rat die Entscheidung leicht. "So lange diese Summe unter dem Strich steht, ist es keine Frage, dass wir das Bad öffnen", meinte der Saalfelder Detlef Jürges. Wenn die Bereitschaft der Bürger, sich für das Waldbad zu engagieren, bleibe, könne dieses Ergebnis auch im nächsten Jahr erreicht werden. "Das ist also auch eine sportliche Sache", so Jürges. Ähnlich sah es die Winterfelderin Ninett Schneider. Bei der Abstimmung votierten alle anwesenden Gemeindevertreter für die Öffnung des Bades in der nächsten Saison.

Inzwischen ist die Einrichtung weitgehend winterfest gemacht worden. "Das hat Herr Wernecke mit einigen Leuten ganz allein gemacht", lobte Jürgen Ulrich den Apenburger, der auch während der Saison fast ständig vor Ort war und immer wieder mit anpackte, wenn Hilfe etwa bei der Technik benötigt wurde. "Vielleicht sollten wir das zukünftig auch honorieren", schlug der Fördervereins-Vorsitzende vor. Überhaupt sei es wichtig, Familie Wernecke, die den Kiosk, den Campingplatz und die Bungalowsiedlung am Waldbad betreibt, noch stärker einzubeziehen.