Mit dem Förderprogramm Stadtumbau Ost will Arendsee seine Ruinen loswerden: Der Abriss der leerstehenden Wohnblocks an Dessauer Worth, Schul- und Ackerstraße soll die innerstädtische Wohnqualität verbessern. Das drei Hektar große Quartier Mühlengärten soll Gestalt annehmen.

Arendsee l "Vorausgesetzt der Stadtrat beschließt am kommenden Montag die Aufstellung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts", erklärte Arendsees Bürgermeister Norman Klebe gestern im Volksstimme-Gespräch. Denn nur mit diesem kurz INSEK genannten Papier sei die erneute Beantragung der Förderung des im Stadtumbau Ost vorgesehenen Abrisses der alten Wohnblocks und Neugestaltung des Quartiers Mühlengärten möglich.

"Ziel ist eine kleingliedrige Wohnbebauung mit Eigenheimen."

"Wir wollen die 104 Wohneinheiten an Dessauer Worth, Schul- und Ackerstraße auf einer Fläche von zirka 1800 Quadratmetern abreißen", kündigte Klebe an. Dafür seien anfangs geschätzte rund 350 000 Euro veranschlagt worden. "Vorgespräche mit dem Eigentümer sind gelaufen", sagte er. Wenn es die Förderung gebe, komme das Geld zunächst auf ein Treuhandkonto und werde nach erfolgtem Abriss an ihn ausgezahlt.

"Anschließend soll die Gesamtfläche von drei Hektar umgestaltet werden", beschrieb er den Plan. "Mit unserem Vorhaben verbessern wir die Wohnqualität in dem Bereich", sagte er. Denn dort bestehe dann die Möglichkeit, neu zu bauen. "Ziel ist eine kleingliedrige Wohnbebauung mit Eigenheimen", so Klebe. Mit interessierten Häuslebauern würde es Zuwachs für die Einheitsgemeinde geben.

Außerdem werde das Gefahrenpotenzial gesenkt beziehungsweise beseitigt, das derzeit durch die verwahrlosten und abrissreifen Häuser bestehe. Seit langem sei die Verkehrssicherheit der Objekte nicht mehr gegeben. Türen und Fenster stünden offen, elektrische Anlagen lägen frei, Treppen und Wohnungen seien frei zugänglich. "Die Folgen von Vandalismus sind sichtbar", beschrieb er.

"Und natürlich würde die Umfeldgestaltung gewinnen und die Attraktivität des Ensembles von Schule und neuer Kindertagesstätte erhöhen", machte er klar.

Bereits 2012 war ein Förderantrag an das Landesministerium für Verkehr gerichtet worden. "Den haben wir jährlich erneuert", erinnerte sich Klebe. Jetzt bestehe Aussicht auf eine Genehmigung des Antrags. "Eine Voraussetzung ist der Stadtratsbeschluss, eine andere die Vorlage des Konzepts", betonte Klebe. Der Beschluss soll während der Sitzung am Montag, 10. November, ab 19.30 Uhr in Leppin fallen.

"Das Konzept erarbeite ich zusammen mit Vizebauamtsleiterin Monika Leue, so dass der Haushalt nicht mit zusätzlichen Planerkosten belastet wird", so Klebe.