Salzwedel l Die Schneiderei im Salzwedeler Mehrgenerationenhaus hat eine neue Näherin: Renate Franke nimmt künftig Änderungwünsche aller Art entgegen. Seit Montag ist sie ehrenamtlich im Haus tätig.

"Mit Menschen zusammenzuarbeiten ist meine Welt", erzählt die freundliche 58-Jährige zu ihren Motiven für die Annahme der neuen Aufgabe. Und das im gleichen Raum befindliche Stöberstübchen, in dem Kunden gegen einen Obolus Kleidung erwerben können, habe es ihr ebenfalls angetan.

Neustart aus traurigem Anlass

Der Anlass für den Neustart mit Renate Franke ist allerdings ein trauriger: Erst vor wenigen Wochen war die bisherige Schneiderin im Generationenhaus, Erna Klassen, nach schwerer Krankheit gestorben.

In den Jahren ihrer Arbeit hatte sie sich einen guten Ruf im Viertel erworben und einen festen Kundenstamm aufgebaut, erzählt die pädagogische Mitarbeiterin Elke Bukowski. Nachdem die Näherei über Monate leerstand, blieben die Kunden weg. Die Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses suchten nach einem Ehrenamtlichen, der bereit war, die Aufgabe von Klassen zu übernehmen.

Über die Arbeiterwohlfahrt (Awo) wurde Alexander Rekow, Leiter des Mehrgenerationenhauses, schließlich auf Renate Franke aufmerksam. Und die willigte rasch ein. Tatsächlich haben die Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses mit Renate Franke wieder eine Fachfrau für ihre Schneiderei gewinnen können. "Ich habe Näherin gelernt" erzählt die 58-Jährige. Über lange Zeit habe sie zu DDR-Zeiten in der Branche gearbeitet. Auch dem Viertel um das Mehrgenerationenhaus fühlt sich die zweifache Mutter verbunden. Lange habe sie hier gelebt, berichtet, sie. Ihre beiden Söhne gehörten früher zu den Stammgästen im Jugendklub des Hauses. Auf ihre neue Aufgabe freut sich Renate Franke übrigens so sehr, dass sie gestern gleich mal die Nähmaschine anwarf.