Sie heißen Gana, Sammy, Mina, Wendy oder nennen sich schlicht Zaubermäuse: Die Damen des sogenannten ältesten Gewerbes der Welt bieten auch in der Hansestadt und der Umgebung Liebesdienste an. Von 30 Euro an aufwärts.

Salzwedel l "Eine richtige Frau mit Erfahrung, die genau weiß, was Männer wollen." So oder ähnlich wird in Zeitungen, Wochenblättern oder im Internet auf den einschlägigen Seiten für den bezahlten Sex in der Hansestadt geworben. Das Geschäft scheint zu funktionieren, der Bedarf an käuflicher Liebe ist offensichtlich groß.

Und doch: "Reine bordellartige Betriebe mit Gaststätte und Bar sind in unserem Zuständigkeitsbereich nicht angemeldet", berichtet Olaf Meining, Pressesprecher der Hansestadt. Und bei den Gewerbeanzeigen werde das Wort Prostitution durch die das Gewerbe betreibenden Frauen vermieden.

"Die angezeigte Tätigkeit ist Begleitservice, Hausbesuche, Parkplatztreff, Hotelbesuche, Dominadienste, Erotikmassagen und Videocam sowie die Vermietung möblierter Zimmer. Hiervon gibt es aktuell drei Anmeldungen", weiß Meining.

Prostituierte müssen sich nicht anmelden

Von Problemen im Rotlichtmilieu sei dem städtischem Ordnungsamt nichts bekannt. Eine Einschätzung, die Frank Semisch, Sprecher der Polizei, teilt. Ihm seien keine Einsätze in diesem Bereich bekannt. Alles scheint demnach still und leise vor sich zu gehen.

"Die Prostitution ist kein Gewerbe im Sinne der Gewerbeordnung", berichtet Birgit Eurich, Pressesprecherin des Landkreises. Einzelprostituierte seien demnach nicht zur Anmeldung verpflichtet, allerdings müssen sie sich beim Finanzamt anmelden und Steuern bezahlen. Frauen, die auf selbstständiger Basis arbeiten, müssen auch keinen Antrag auf "Erteilung einer Reisegewerbekarte für die Ausübung sexueller Handlungen mit Dritten stellen", ergänzt Eurich. Bordelle dagegen sind als Gewerbe anzumelden.

Mobilität der Frauen wird größer

Eine Anlaufstelle für die Liebesdienerinnen ist das Gesundheitsamt. Es bietet in Sachen "sexuell übertragbarer Krankheiten Beratung und medizinische Untersuchung an". Diese Angebote können auch anonym in Anspruch genommen werden, berichtet Eurich. Im vergangenen Jahr machten 68 Frauen von der Möglichkeit der Beratung und drei Frauen von einer Untersuchung Gebrauch.

Doch was treibt die Frauen dazu, ihren Körper gegen Geld anzubieten? "Von Lust ist da keine Spur", sagt Vera (Name geändert).

Ihr gehe es nur ums Geld, sie mache den Job auch nur zwei bis drei Wochen im Jahr, um Urlaub oder den Kauf von Möbeln zu finanzieren. Die Preise beginnen bei 30 Euro, je nachdem, welchen Service der Freier haben will, wird es teurer.

Eigentlich wohnt Vera in Bayern. Hier in Sachsen-Anhalt kennt sie niemand, die Gefahr, von Bekannten entdeckt zu werden, ist gering. Sie bestätigt einen Trend, den eine Sozialarbeiterin in Magdeburg erkannt hat. Die Mobilität der Frauen wird größer. Immer öfter haben sie keinen festen Arbeitsort, sondern sind in der gesamten Republik unterwegs. Auch in der Hansestadt Salzwedel.