Mit Musik, Tanz und Show haben die Salzwedeler und Gäste aus Niedersachsen gestern den 25. Jahrestag der Grenzöffnung gefeiert. Mehrere hundert Menschen sind dazu auf den Marktplatz gekommen.

Salzwedel l Sie waren zwar nicht alle so schneeweiß wie Picassos berühmte Friedenstaube, aber es war ein bewegender Moment, als zu Beginn des Bürgerfestes Tauben in den Himmel stiegen. Sie waren gestern das Symbol für den Frieden 25 Jahre nach der Öffnung der Grenze und dem Ende des Kalten Krieges. Hunderte Gäste klatschten den Vögeln zu. An den 9. November 1989, zum Teil aus sehr persönlicher Sicht, erinnerten Oberbürgermeisterin Sabine Danicke, die Landräte Michael Ziche (Altmarkkreis), Heiko Blume (Uelzen) und der stellvertretende Landrat von Lüchow-Dannenberg Günther Nemetschek. Die Oberbürgermeisterin sprach über den "Zauber" jenes Abends an dem ZK-Mitglied Günter Schabowski überraschend erklärte, dass DDR-Bürger "unverzüglich" in den Westen reisen können. "Im Rückblick kommt es einem fast unwirklich vor, wie unblutig und friedlich der Sturz eines Staates vor sich gegangen ist, der seine Macht vor allem auf Druck und Misstrauen aufbaute", sagte Danicke. Sie empfinde heute vor allem Dankbarkeit für das Geschenk der Freiheit und der Selbstbestimmung. Der 25. Jahrestag sei ein willkommener Anlass, "jenen Menschen im Osten Deutschlands zu danken, die damals mit Mut und Entschlossenheit handelten." Auch er empfinde gegenüber den Menschen, die vor 25 Jahren für die Freiheit demonstrierten, tiefe Dankbarkeit sagte Landrat Michael Ziche. Die Grenzöffnung habe nicht nur die Region des Altmarkkreises "in die Mitte Deutschlands befördert" sondern die Welt verändert. Ziche bat Eltern und Großeltern mit den Kindern, über dieses Ereignis zu sprechen, "damit es für immer in Erinnerung bleibt."

Uelzens Landrat Heiko Blume erinnerte an jene, die in der DDR Repressalien ausgesetzt waren, weil sie ihre Meinung vertraten, Mut und Zivilcourage zeigten. Die Grenzöffnung habe weltweit eine Zeitenwende verursacht, "mit neuer Hoffnung und vielen Erwartungen".

Wie selbstverständlich es inzwischen ist, zwischen Wendland und Altmark hin und her zu fahren, machte der Lüchow-Dannenberger Vertreter Günter Nemetschek an der momentan gesperrten Bundesstraße 248 deutlich. Vor 1989 habe die Grenze diesen Weg versperrt, heute sei dort das Grüne Band, das die Menschen verbindet.

Bei strahlendem Sonnenschein verfolgten die Besucher nach den Reden das Programm auf der Bühne. Dort sorgte zunächst die Bigband der Kreismusikschule für Stimmung. Mit volkstümlichen Tänzen erfreuten die Salzwedeler Deelenpetter und ihre Freunde aus dem Wendland, die Öwerpetters, das Publikum. Als diese das Lied von Herrn Pastor sien Kauh anstimmten, sangen alle mit. Weiter ging es mit dem Shantychor, Showtanz, Live-Musik, einem Programm für die Jüngsten, Jongleuren und vielem mehr. Den Schlusspunkt setzte am Abend die Band Bruno Punani. Ringsherum gab es verschiedene Stände mit Kulinarischem und Informationen.

   

Bilder