Geht es nach Sabine Danicke, sollen bis 2018 alle Ortsteile Salzwedels schnelles Internet erhalten. Ein Angebot von Kabel Deutschland zeigt, dass dies allein mithilfe der Privatwirtschaft schwierig werden könnte.

Salzwedel l Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke setzt beim Ausbau schnellen Internets ganz auf die Privatwirtschaft. "Bis 2018 wollen wir alle 48 Ortsteile mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit pro Sekunde ausgerüstet haben", sagte Danicke gestern während eines Pressegesprächs im Rathaus. Die privatwirtschaftliche Erschließung sei dafür eine geeignete Möglichkeit. "Denn wir als Hansestadt brauchen damit keine finanziellen Risiken eingehen", erklärte Danicke in Anspielung auf die offene Frage eines Beitritts zum Zweckverband Breitband Altmark, der sich den Ausbau schnellen Internets über zu verpachtende Glasfaserrohre zum Ziel gesetzt hat. In einer fast einstündigen Präsentation hatte Matthias Ihle vom Unternehmen Kabel Deutschland/Vodafone zuvor die neue Angebotspalette des TV- und Telekommunikationsunternehmens für Salzwedel vorgestellt.

Nachdem Kabel Deutschland sein Netz in den vergangenen Monaten ertüchtigt hat, können demnach ab sofort rund 7000 Salzwedeler Haushalte Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit pro Sekunde in Anspruch nehmen (Volksstimme berichtete). Da die Infrastruktur des Unternehmens nur in der Kernstadt und den stadtnahen Ortsteilen wie Chüttlitz vorhanden ist, bleiben andere Ortsteile und Gewerbegebiete allerdings unberücksichtigt. Ein Ausbau der Netzinfrastruktur in den ferneren Ortsteilen sei aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht geplant, räumte Matthias Ihle ein. Eine Erschließung von Gewerbeflächen sei allerdings nach Absprache gegen einen Beteiligungsbetrag oder auch mit Fördermitteln denkbar.

Helmut Zeitz, Vertreter von Vodafone Deutschland, ergänzte, die vorhandene Grundversorgung über LTE-Funk für die Dörfer werde frühestens 2015/16 verbessert. Vor allem Nutzer in Tylsen, Niephagen oder auch Wieblitz schauen damit vorerst weiter in die Röhre.

Mehrheit für ZBA-Beitritt

Nach dem symbolischen Knopfdruck zur Inbetriebnahme des Kabel Deutschland-Netzes informierte die Verwaltung am Abend Ortsbürgermeister und Stadträte über Möglichkeiten zur Erschließung der Stadt mit schnellem Internet. Angebote anderer Unternehmen wie der Telekom wurden dabei ebenso thematisiert wie ein möglicher Beitritt zum Zweckverband Breitband Altmark.

Einen Antrag für den raschen Beitritt zum ZBA hatte die Fraktion SPD und Für Salzwedel bereits im Sommer gestellt. Der Stadtrat stimmt am 10. Dezember darüber ab. Folgt man den aktuellen Mehrheitsverhältnissen im Rat, so zeichnet sich eine Zustimmung zum Beitritt ab.