Die Deutsche Telekom will nach Angaben der Stadt bis 2016 in 36 von 48 Ortsteilen Internet mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit pro Sekunde bereitstellen. Die Gegner des Beitritts Salzwedels zum Zweckverband Breitband erhalten damit neue Argumente.

Salzwedel l Als die Vertreter des Unternehmens Kabel Deutschland sich auf Einladung der Verwaltung am Mittwoch im Rathaus präsentierten, war die Botschaft klar: Der Ausbau schnellen Internets in Salzwedel geht voran. Und: Die Stadt schafft das ganz ohne den Zweckverband Breitband Altmark (ZBA).

Der symbolische Knopfdruck der Besucher zur Freigabe eines leistungsfähigen Internets mit 7000 angeschlossenen Haushalten in der Kernstadt verschaffte der erklärten ZBA-Kritikerin Sabine Danicke dabei gute Argumente gegen den Beitritt zum kommunalen Verband. - Vor dessen finanziellen Risiken sie und ihr Rechtsamt immer wieder warnen.

Da die Mehrheit der Dörfer und Gewerbegebiete jedoch nicht vom Angebot des Kabel-Unternehmens profitiert, dürfte die Initiative die Befürworter eines Beitritts zum Zweckbündnis kaum überzeugt haben. Dass die Oberbürgermeisterin während einer Informationsrunde mit Ortsbürgermeistern und Fraktionen noch am selben Abend mit einem weiteren Coup aufwarten würde, ahnten wohl die wenigsten.

"Diese Informationen hätten wir früher bekommen müssen."

Doch Tatsache ist: Nach Angaben von Marketing-Amtsleiter Olaf Meining plant die Deutsche Telekom, ihr Telefonnetz bis 2016 in 36 von 48 Salzwedeler Ortsteilen für die Bereitstellung von schnellem Internet aufzurüsten.

Geschwindigkeiten von 100 Mbit pro Sekunde sollen dann nicht mehr nur in Salzwedel, sondern auch am Rand der Gemeinde in Seeben, Depekolk, Jeebel oder Barnebeck möglich sein. Leer gehen nach aktuellen Planungen lediglich zwölf Dörfer aus (siehe Infokasten). Zweifel, ob die Telekom die Zusage erst einmal nur aus strategischen Gründen getroffen hat, um unliebsame Mitbewerber vom Markt fernzuhalten, zerstreute Danicke: "Das ist definitiv, wenn die das herausgeben, dann ist das Fakt", sagte sie. Die Telekom selbst war gestern nicht zum Thema zu erreichen.

Unabhängig davon, ob die Telekom tatsächlich ausbaut - mit der Information über die Zusage dürfte die Stadt unter den Befürwortern eines Beitritts zum ZBA Verunsicherung gestiftet haben.

Denn das wichtigste Argument, dass die Dörfer von stabilem, weil kabelgestütztem Internet ausgeschlossen sind, wäre mit dem Ausbau hinfällig. Darüber hinaus wäre die Stadt mit der Privatwirtschaft als Partner auch von den wirtschaftlichen Risiken eines selbst initiierten Breitbandausbaus befreit. Welchen Eindruck die Präsentation hatte, macht die Reaktion eines Teilnehmers deutlich. Er sagte: "Diese Informationen hätten wir früher bekommen müssen."

Wegen der Informationsrunde am Abend wurde die Beratung des Finanzausschusses über den Antrag von SPD und Für Salzwedel für einen raschen Beitritt zum ZBA übrigens von der Tagesordnung genommen. Am 10. Dezember könnte die Debatte nun ihr Ende finden. Dann stimmt der Stadtrat über den Antrag ab.