In den Unterrichtsräumen sitzen immer mehr betrunkene und verkaterte Schüler. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Jugendlichen, die wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, in Sachsen-Anhalt wieder leicht gestiegen, auch wenn die Zahlen im Altmarkkreis stagnieren. Darauf reagiert nun das Salzwedeler Jahngymnasium und richtet einen Ruheraum für die jungen Spritis ein.

"Uns nützen die angetrunkenen Schüler in den Klassenzimmern nichts, da sie den Unterrichtsstoff nicht aufnehmen können. Deshalb wollen wir die Betroffenen einige Stunden ausnüchtern lassen, damit sie wenigstens noch einen Teil der Inhalte lernen", erklärt der Oberstufenkoordinator des Gymnasiums.

Während der Herbstferien wurden einige Lehrkräfte, die künftig den Raum von 7.30 bis 15 Uhr betreuen sollen, geschult. Denn bevor ein Schüler den Ruheraum betreten darf, muss er erst einmal einen Alkoholtest beim Lehrer machen. Denn nur Jugendliche mit 0,5 und mehr Promille dürfen den Raum nutzen. "Damit wollen wir einer Überfüllung des Raumes vorbeugen. Wir gehen nämlich davon aus, dass vor allem montags die Kapazität nicht ausreichen würde, da viele Schüler noch einen geringen Restalkoholwert vom Wochenende im Blut haben", gibt der Oberstufenkoordinator zu bedenken.

Wer es dann in den Ruheraum geschafft hat, wird von der beaufsichtigenden Lehrkraft mit Essen und Getränken versorgt. "Wir haben uns bei Ärzten informiert, welche Angebote besonders wirksam gegen Kater helfen. Auf unserer Anti-Kater-Speisekarte stehen beispielsweise Rollmöpse, Laugengebäck und Heringssalat", erläutert der Oberstufenkoordinator. "Dazu gibt es alkoholfreie Getränke wie Saftschorlen und Kaffee", erklärt er weiter. Das Essen im Ruheraum können die Schüler übrigens bar oder mit zuvor geleerten Pfandflaschen bezahlen.

"Das ist die coolste Idee der Schulleitung seit langem. Endlich muss ich mir für die Montage keine Krankschreibung mehr besorgen", freut sich Zwölftklässler Martin Kurze und nimmt zur Feier des Tages einen Schluck aus seinem Flachmann, den er immer in seiner Federtasche versteckt hat. "Jetzt brauchen wir nur noch eine Kneipe im Schulgebäude. Im Sekretariat steht doch schon ein Tresen", meint Schüler Dennis Biernoth zu diesem Thema.

Die Kosten für den Ausbau des Ruheraumes hat eine große Brauerei, die nicht weiter genannt werden möchte, übernommen. "Wir haben immer ein Interesse daran, eine neue Alkoholiker-Generation heranzuziehen. Deshalb investieren wir lieber in solche Projekte, als in die Suchtprävention", erläutert ein Firmensprecher. (mhd)

Als Zeitungsente wird umgangssprachlich eine Falschmeldung bezeichnet. Die Redaktion nimmt sich in der Rubrik "Altmark-Geschnatter", deren Inhalt erfunden ist, dieser journalistischen Darstellungsform auf humorvolle Art an.