Von Wolfgang Biermann

Stendal l Ein gebürtiger Niedersachse muss sich seit gestern vor dem Landgericht Stendal wegen Drogenhandels verantworten. Der aus Wolfsburg stammende, bislang nicht vorbestrafte 55-Jährige wird von der Staatsanwaltschaft Stendal beschuldigt, seit dem Vorjahr in einem Stallgebäude in einem Gehöft im Altmarkkreis Salzwedel "eine größere Anzahl von Cannabispflanzen" angebaut zu haben, um sich damit "eine regelmäßige und nicht unerhebliche Einnahmequelle zu verschaffen". Die Anklage geht unter anderem allein in diesem Jahr von "mindestens 48 Pflanzen" und "123 Cannabissetzlingen" mit einer Wuchshöhe von 0,2 bis 1,5 Meter aus. Am 24. Juni dieses Jahres fand die Polizei bei einer Razzia auf dem Grundstück neben diesen Pflanzen sowohl im Wohnbereich als auch im Stallgebäude Drogen beziehungsweise Drogenbestandteile. Außerdem sind "zwei gepresste Stücke brauner Substanz" gefunden worden, die er sich bei einem unbekannten Dealer beschafft haben soll. Bei der Durchsuchung sind zudem laut Anklage eine komplette Ausrüstung für eine Cannabisindooranlage, zwei Waagen, diverse Drogenutensilien und 4300 Euro Bargeld entdeckt und beschlagnahmt worden.

Erfolg durch Überwachung eines "Fachgeschäftes"

Der laut Auskunft seines Verteidigers seit Längerem im Altmarkkreis Salzwedel wohnende Angeklagte ist noch am Tag der Razzia festgenommen worden und in Untersuchungshaft gekommen. Im August kam er auf Beschluss des Landgerichts Stendal aber auf freien Fuß. Im Ermittlungsverfahren hatte er sich nicht zu den Tatvorwürfen geäußert und auch keine Angaben zu seiner Person gemacht. Bei der Durchsuchung selbst soll er sich aber kooperativ gezeigt haben. Den Fahndungserfolg können sich Ermittler aus Niedersachsen auf die Fahnen schreiben, erfuhr die Volksstimme von der Staatsanwaltschaft. Diese hätten ein einschlägiges "Fachgeschäft" für Indooranlagen überwacht. Durch die niedersächsischen Kollegen seien die hiesigen Ermittler insgesamt drei Drogenanbauern in der Altmark auf die Spur gekommen.

Die Strafkammer 2 unter Vorsitz von Richter Ulrich Galler hat drei Verhandlungstage angesetzt. Am Freitag ist die Fortsetzung geplant. Nach derzeitigem Stand ist am 26. November mit dem Urteil zu rechnen.