Sperrmüll, Graffiti und Müllbeseitigung bei größeren Festen: diese Themen besprachen die Mitglieder der neuen Arbeitsgemeinschaft für Ordnung und Sauberkeit am Dienstagabend im Kulturhaus.

Salzwedel l Ein Thema brannte Ute Brunsch (Linke) am Dienstagabend während der ersten Sitzung der Arbeitsgemeinschaft (AG) für Ordnung und Sauberkeit besonders unter den Nägeln - die Sperrmüllabholung. "So wie es zurzeit läuft, kann es nicht weitergehen. Es türmen sich Berge von Sperrmüll schon Wochen vor dem Abholtermin an den Straßenrändern auf. Es gibt einen richtigen Mülltourismus", erklärte sie.

Deshalb schlug sie vor, auf Kreisebene - der Altmarkkreis Salzwedel ist für die Müllabholung zuständig - den Vorschlag zu unterbreiten, den Sperrmüll mittels persönlicher Terminvergaben abzutransportieren. "Ich könnte mir auch vorstellen, dass bei Mehrfamilienhäusern pro Eingang ein Container bestellt wird, in den dann alle Anwohner ihren Sperrmüll werfen können", sagte Ute Brunsch.

Gute Erfahrungen mit Abholsystem in Stendal

Einen ähnlichen Vorstoß habe es im Kreistag in der Vergangenheit bereits gegeben", merkte Jost Fischer, Chef der Werbegemeinschaft, an. "Damals wurde das Thema mit dem Argument, es sei zu teuer, abgebügelt", erinnerte er sich. Das Sperrmüllproblem trete allerdings nicht nur in Salzwedel auf. "Das ist ein kreisweites Phänomen. Da sind die Abgeordneten im Kreistag gefragt", unterstützte er den Vorschlag von Ute Brunsch. Auch Oberbürgermeisterin Sabine Danicke forderte ein Umdenken seitens der Kreisverwaltung. "Für die Abholung ist der Kreis zuständig. Aber auf den Kosten für die Beseitigung des ganzen Drecks, der hinterher liegen bleibt, sind wir verantwortlich. Das sind immense Kosten", so das Stadtoberhaupt.

Im Landkreis Stendal setzt man bereits seit 2006 auf das sogenannte Abrufsystem. "Wir haben sehr positive Erfahrungen damit gemacht. Die Straßen sind nicht mehr so vermüllt und es werden mittlerweile die gleichen Mengen abgegeben, wie bei der Straßensammlung", berichtete Madlen Gose, Geschäftsführerin der Abfallentsorgung Landkreis Stendal GmbH (ALS). "Die Einwohner mussten sich natürlich erst daran gewöhnen, ihre Abholtermine selbst zu organisieren und eine Karte zu schicken. Aber mittlerweile sind wir sehr zufrieden."

Durch Vertragslaufzeiten von sechs Jahren seien die Kosten für den Entsorger gut kalkulierbar. "Die Kosten sind mit der Umstellung nicht gestiegen", erklärte Madlen Gose.

In der Verwaltung des Altmarkkreises Salzwedel hält man sich hingegen bedeckt. "Ein neues Konzept zur Abfallentsorgung muss für das kommende Jahr aufgestellt werden. Wie dieses aussieht, dass müssen die politischen Gremien des Kreises entscheiden", berichtete Kreissprecherin Birgit Eurich gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Katrin Pfannenschmidt, Leiterin des Amtes für kommunale Angelegenheiten, appellierte zunächst an die Einwohner, ihren Müll erst am Abend vor dem Abholtermin auf die Straße zu stellen.

Einführung der gelben Tonne prüfen

Wolfgang Kappler (Salzwedel Land) regte an, auch die Einführung einer gelben Tonne anstatt der bisher verwendeten gelben Säcke vorzuschlagen. "Wenn die Säcke an der Straße stehen, werden sie einfach umgetreten. Auch Katzen und Waschbären reißen die Säcke auf und der Müll verteilt sich auf den Straßen", so Kappler. "Leider haben wir auf die Müllabfuhr als Stadt keinen Einfluss. Aber wir müssen uns beim Kreis Gehör verschaffen", machte Sabine Danicke deutlich.

Schnelle Beseitigung als probates Mittel angesehen

"Worauf wir aber Einfluss haben, ist die Beseitigung des Mülls, der bei unseren Stadtfesten oder Veranstaltungen anfällt. Nach der Einkaufsnacht sah es am Rathausturm sehr schlimm aus", sagte Ute Brunsch. Sie schlug vor, bei Massenveranstaltungen zusätzliche Müllcontainer an zentralen Orten aufzustellen. Zum Nysmarkt habe man das bereits so gehandhabt, entgegnete Stadtsprecher Olaf Meining. "Allerdings standen die Container einfach zu weit weg. Das werden wir beim nächsten Fest ändern", berichtete der Marketingamtsleiter.

In Geduld müsse man sich in punkto Graffiti und illegale Schmierereien üben, erklärte Heiko Timme vom Polizeirevier Altmarkkreis Salzwedel. "Ich habe die angezeigten Taten der vergangenen Jahre verglichen. Die Tendenz ist momentan sinkend. Aber das kann sich schnell wieder ändern", erklärte der Polizist in der Sitzung. Gut laufe die gemeinsame nächtliche Bestreifung von Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei. "Aber leider ist das personell nicht immer leistbar", sagte Heiko Timme.

Als probates Mittel im Kampf gegen Graffiti sahen alle AG-Mitglieder die schnellstmögliche Beseitigung der Schmierereien. "Wir sollten dafür künftig noch mehr Geld in den Haushalt einstellen. Wenn die Schmierereien am nächsten Morgen schon weg sind, geben die Täter vielleicht irgendwann auf", erklärte Sabine Danicke.

Zudem müsse die Prävention bereits an den Schulen beginnen. Eine gute Möglichkeit dafür sei unter anderem ein Schülerwettbewerb zum Thema Sauberkeit.

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