Er lebt mit der Musik. Und für sie. Und er engagiert sich im kulturellen Leben der Hansestadt Salzwedel. Doch alles ehrenamtliche Engagement erreicht seine Grenzen, wenn es um die Gesundheit geht. Das musste auch Chorleiter Hermann Horenburg erfahren.

Salzwedel l Sein Name hat im kulturellen, vor allem aber im musikalischen Bereich einen guten Klang. Hermann Horenburg liebt die Musik, wie man so schön sagt, mit Leib und Seele. Wenn der Chorleiter von seinen Sängerinnen und Sängern erzählt, dann ist ihm die Begeisterung für Gesang und Musik anzumerken. Stillsitzen, nein, das ist nichts für Hermann Horenburg.

Körper zeigt Chorleiter die gelbe Karte

Der ehemalige Lehrer für Musik und Geschichte am Käthe-Kollwitz-, später am Jahn-gymnasium in Salzwedel, ist viel unterwegs. Sei es mit dem Auto oder mit dem Fahrrad. Offensichtlich zu viel in der Vergangenheit. Denn nach dem großen Festwochenende aus Anlass des 120-jährigen Bestehens des Männerchors Kuhfelde zeigte ihm sein Körper die gelbe Karte. "Alles war ziemlich anstrengend, ja, und ich hatte so eine Art körperlichen Zusammenbruch", erzählt Horenburg im Gespräch mit der Volksstimme. Er musste schließlich ins Krankenhaus gebracht und medizinisch versorgt werden.

Auch wenn die Gesundheit jetzt langsam wieder mitmacht, so folgte Horenburg doch dem Rat der Ärzte. Die hatten ihm empfohlen, etwas kürzer zu treten. Schließlich hatte der 67-Jährige täglich Proben - von Montag bis Donnerstag, hinzu kamen noch diverse Auftritte und auch Konzerte.

Deshalb entschloss sich Horenburg, sein musikalisches Engagement etwas zurückzuschrauben. "Es ist aber eine Ente, dass ich alle Chöre abgegeben habe." Doch auch wenn es ihm schwer fiel: Der Männerchor Harmonie (Salzwedel) steht nicht mehr unter seinem Dirigat. Das hat zumindest bis Weihnachten Musikschuldirektor Falk Kindermann übernommen. Horenburg wünscht seinem ehemaligen Chor, bald einen neuen Leiter oder neue Leiterin zu finden. Alles andere wäre "fatal für die Chorlandschaft".

Arbeit ist ein bisschen weniger geworden

Arbeit hat der Rentner, der seine musikalische Aktivitäten nicht zum Broterwerb macht, trotzdem genügend. So ist er Leiter des Chorensembles Zaunkönige (Frauen und gemischter Chor), des Frauenchors Salzwedel und des Kuhfelder Männerchors.

Auch das Ehrenamt als Kreischorleiter fordert seinen Einsatz für die Musik. In dieser Eigenschaft betreut er 40 Chöre und damit immerhin den zweitgrößten Sängerkreis in Sachsen-Anhalt.

Und ein Blick in seinen vollen Terminkalender bestätigt, dass der frühere Lehrer immer noch ganz schön zu tun hat: So singt beispielsweise der Kuhfelder Männerchor am Sonntag, 30. November, beim Adventsmarkt, weitere Auftritte in Seniorenheimen folgen. Unterwegs ist der Chorleiter auch mit dem Frauenchor Salzwedel. Und am Sonntag, 21. Dezember, steht das große Weihnachtskonzert mit dem Chorensemble Zaunkönige auf dem Programm.

"Ja, es ist immer noch eine ganze Menge, aber insgesamt ist trotzdem einiges weggefallen", bilanziert Horenburg. Hoffentlich glaubt ihm das auch sein Körper.