Salzwedel l Die stillgelegte Bahnstrecke zwischen Klötze und Salzwedel ist freigegeben: Mit dieser Nachricht überraschte Bauamtsleiterin Martyna Hartwich am Montagabend die Mitglieder des Salzwedeler Bauausschusses. Doch die Nachricht stimmte nur zum Teil.

Zwar sei am Montag intern die offizielle Inbetriebnahme der Strecke erfolgt, sagte Michael Schrader, Vorsitzender des Bahnkundenverbandes Altmark-Wendland. Um die Betriebserlaubnis zu erlangen, stünden jedoch noch Restarbeiten aus. Alle ausstehenden Reparaturen seien bereits erledigt, ergänzte Gerhard Curth, Geschäftsführer des Pächters der Strecke, Deutsche Regionaleisenbahn (DRE). Ein Messzug sei seit Dienstag im Einsatz, um Daten für die endgültige Freigabe zu sammeln. Mit dem Vorliegen der Ergebnisse rechnet Curth für Mitte nächster Woche. Ist alles in Ordnung, "könnte unser Oberbetriebsleiter die Strecke direkt danach freigeben", sagte Curth. Dann wären sowohl Güter- als Personenverkehr theoretisch möglich.

Am zweiten Advent soll Zug nach Salzwedel fahren

Ob nach einer Freigabe auch Züge rollen werden, ist offen. Der Bahnkundenverband strebe weiter an, am zweiten Advent, pünktlich zum verkaufsoffenen Sonntag in Salzwedel, einen Zug von Klötze in die Kreisstadt fahren zu lassen, sagte Michael Schrader. Der Verband stehe dazu in Verhandlungen mit mehreren Unternehmen. "Für den ersten Advent hätten wir problemlos einen Zug bekommen können, am zweiten Advent wird das aber schwieriger."

Selbst wenn ein Adventszug fahren sollte: Regulären Personenverkehr zwischen Klötze und Salzwedel wird es wohl vorerst nicht geben. Dazu müsste dieser vom Land bestellt und bezahlt werden, sagte Gerhard Curth. Viel wahrscheinlicher ist derzeit die Nutzung der Strecke für den Güterverkehr. Auch hier ist aber das Interesse der Wirtschaft Voraussetzung für die Wiederinbetriebnahme. Mit dem Bahnhof Siedenlangenbeck wäre zumindest ein intakter Verladebahnhof auf halbem Weg zwischen Klötze und Salzwedel vorhanden.

Kritik an Kosten für Beschilderung

In Salzwedel stoßen die Pläne der DRE nicht nur auf Zustimmung. Immerhin müsse die Stadt mit 8000 Euro für die Kosten der Beschilderung ihrer Gleisübergänge aufkommen, monierte Karl-Heinz Schliekau, Vorsitzender des Bauausschusses. "Was soll dieser Schwachsinn? Wir müssen als Stadtrat sagen, dass wir nicht wollen, dass da ein Zug fährt", sagte er. Gewissheit darüber, ob am zweiten Advent erstmals wieder ein Zug zwischen Klötze und Salzwedel rollt, wird es Ende der nächsten Woche geben. Dann will der Bahnkundenverband mit dem aktuellen Stand an die Öffentlichkeit gehen.