Erstmals seit vielen Jahren mussten die Organisatoren der Kalbenser Burgweihnacht umziehen. Wegen umfangreicher Baumaßnahmen fand der traditionelle Weihnachtsmarkt diesmal an der Kirche statt - und war mindestens ebenso gemütlich wie sonst.

Kalbe l Es gab Stände mit duftendem Glühwein, frisch gebackene Waffeln und Herzhaftes, überall tummelten sich rot bemützte Kinder, es wurde gesungen, geplaudert und gelacht, Pferde trappelten mit Kindern auf ihrem Rücken durch die Straßen und Blechblasinstrumente blitzten im Kerzenschein. Eigentlich war alles wie immer zur Kalbenser Burgweihnacht.

Und doch war alles anders. Erstmals mussten die Organisatoren von Tourismus- und Kultur- und Heimatverein eine Burgweihnacht ohne Burg ausrichten. Wegen Bauarbeiten an der Burgruine war man auf die Innenstadt und den Platz vor der Kirche ausgewichen. Doch das war am Ende alles andere als eine Notlösung. Die Buden und Stände bildeten nämlich einen Kreis, in dem die Besucher gemütlich sitzen konnten. Die Bühne entstand kurzerhand direkt vor dem lichtergeschmückten Tannenbaum. Das Ambiente ließ also nichts zu wünschen übrig, war fast noch ein bisschen kompakter als vor der Burg, wo die Burgmauer das Areal immer in zwei Hälften teilt. "Vielleicht war das diesmal ja doch keine Ausnahme?", fragte die Tourismusvereinsvorsitzende Melissa Schmidt während der Begrüßung denn auch in die Runde.

Und auch sonst war die Veranstaltung so gelungen, wie in allen Jahren zuvor. So garantierten die beiden Kitas, "Märchenland" und "Pünktchen", sowie Kalbes Grundschüler wieder für ein hübsches Weihnachtsprogramm. Sehr festlich erlebten die Besucher auch die beiden Auftritte der Posaunenbläser aus Salzwedel. Der Hort sorgte im Inneren der Kirche, die auch besichtigt werden konnte, für weihnachtlich passend geschminkte Gesichter. Solveig Kroth und Christina Schulenburg ließen ihrer Fantasie freien Lauf und verzierten die Jüngsten.

An zahlreichen Ständen sorgten Gastronomen schließlich für weihnachtliche Snacks und heiße Getränke. Die Gelegenheit für eine Versteigerung zugunsten des Künstlerstadtvereines nutzte auch Vereinschefin Corinna Köbele. Und natürlich schaute der Weihnachtsmann mit seinem Gefolge aus Engeln und Wichteln vorbei. Einziger Wermutstropfen des gelungenen Weihnachtsmarktes: Das Öffnen der großen Schatztruhe hatte wenig mit gemütlicher Atmosphäre zu tun, sondern erinnerte eher an die Grabbeltischmentalität beim Schlussverkauf. Die meisten Kinder bedienten sich selbst. Wer schüchtern war, ging leer aus.

Ein grandioses Ende hatte der Markt dennoch: Wie immer gab es nämlich den weihnachtlichen Feuerzauber zum Abschluss.

   

Bilder