Sallzwedel (me) l Monatlich kommen 34 Asylbewerber in den Altmarkkreis, elf Wohnungen werden für deren Unterbringung benötigt, erklärte der zuständige Dezernent Hans Thiele am Montagabend im Kreisausschuss. Insgesamt wird bis Ende 2014 mit einer Zahl von 420 Flüchtlingen gerechnet. Im kommenden Jahr werde ihre Zahl voraussichtlich weiter stark ansteigen. Deshalb soll in der Kreisverwaltung eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe gegründet werden. Denn die Aufgaben bei der Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern seien vielschichtig, erklärte Landrat Michael Ziche. Er denke dabei an die Unterbringung von Kindern in Kindertagesstätten oder das Umsetzen der Schulpflicht. Ziel sei, Migrantenkinder in verschiedenen Schulen anzumelden. In Gardelegen konzentriere sich die Beschulung momentan auf eine Schule. Das soll sich ändern.

Es gelte die Netzwerke, beispielsweise zwischen Kreis und sozialen Vereinen oder Einrichtungen, auszubauen. Zudem sollen Integrationshelfer den vielfach traumatisierten Kindern und Erwachsenen zur Seite stehen, sie bei Behördengängen und während des gesamten Asylverfahrens begleiten. Dafür werden ehrenamtliche Helder gesucht.

Um all diese Aufgaben erfüllen zu können, soll ein Integrationsplan mit einem Maßnahmekatalog erarbeitet werden. Ziche: "Dabei wollen wir auch reflektieren, wie der bisherige Stand ist." Ziel sei, den Betroffenen ihre Situation so erträglich wie möglich zu gestalten.

Um die erforderlichen Aufwendungen für die Unterbringung der Asylbewerber in den Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen zu decken, beschlossen die Mitglieder des Kreisausschusses eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 140000 Euro.