Der Antrag des Stadtrats von Salzwedel, eine Tempo-50-Zone an der Bundesstraße 71 bei Chüttlitz einzurichten, ist gestern von der Kreisverwaltung abgelehnt worden. Nur eine neue Lärmschutzberechung könnte noch zum Erfolg führen.

Chüttlitz l Eine Tempo-50-Zone an der B71 bei Chüttlitz wird es in naher Zukunft nicht geben, Das teilte Kreisdezernent Hans Thiele gestern auf Nachfrage der Volksstimme mit. "Dem Antrag der Hansestadt Salzwedel können wir nach jetzigem Stand nicht stattgeben. Die angebenen Gründe sind von uns geprüft und als unrelevant eingestuft worden", erklärte Hans Thiele.

Zwei Unfälle wegen zu hohem Tempo

Die Chüttlitzer hatten sich zum einen über die Gefährdung der Autofahrer, die auf die B71 auffahren wollen, beschwert. Von den heranrauschenden Fahrzeugen gehe eine große Unfallgefahr aus, lautete die Begründung. "Wir haben das natürlich mithilfe der Polizei überprüft. In den vergangenen fünf Jahren gab es lediglich zwei Unfälle am Chüttlitzer Kreisel, die auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen gewesen sind", sagte der Kreisdezernent.

Einer der beiden Unfälle hatte sich zu Ostern dieses Jahres ereignet und das Thema Geschwindigkeitsbegrenzung in Chüttlitz erneut aktuell werden lassen.

Ein zweiter Punkt, der im Antrag der Hansestadt angeführt worden war, war der Lärm, der vor allem durch die bremsenden und wieder beschleunigenden Lkw verursacht wird. "Als der Kreisverkehr 2011 gebaut wurde, gab es eine Lärmschutzberechnung. Diese sagt aus, dass bis auf die Tempo-70-Zone keine weiteren Lärmschutzmaßnahmen notwendig sind", so Hans Thiele. Somit sei auch dieser Punkt unbegründet.

"Aber dennoch habe ich natürlich Verständnis für die Anwohner. Deshalb würde ich empfehlen, einen erneuten Antrag nur aus Gründen des Lärmschutzes zu stellen und dafür ein neues Lärmschutzgutachten zu beantragen. In den vergangenen fünf Jahren könnte es durchaus Veränderungen im Verkehrsaufkommen gegeben haben", riet der Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

Der Chüttlitzer Ortsbürgermeister Wolfgang Kappler zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung des Kreises. "Die jetzige Situation ist eine ganz andere als noch 2011. Deshalb wäre das von Hern Thiele vorgeschlagene neue Lärmschutzgutachten sicherlich eine Option."

14 Tage Zeit für eine Stellungnahme

Doch zunächst möchte sich Kappler in der kommenden Woche mit den Mitgliedern des Chüttlitzer Ortschaftsrates besprechen. Viel Zeit bleibt allerdings nicht. "Im Rahmen des Anhörungsverfahrens bleiben der Hansestadt Salzwedel 14 Tage, um zu dem Entwurf der Entscheidung Stellung zu nehmen", berichtete Hans Thiele.

Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke zeigte sich trotz der vorläufigen Absage kämpferisch. "Wir haben jetzt noch Zeit, darauf zu reagieren und schauen, was wir Positives für die Chüttlitzer herausholen können. Schon mit einer Versetzung des Ortsschildes wäre ihnen ja geholfen", so das Stadtoberhaupt.

 

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