Der Zweckverband Breitband Altmark hat gestern in Winterfeld den zukünftigen Betreiber des altmärkischen Glasfasernetzes, die DNS:NET Internet Service GmbH, präsentiert. Deren Geschäftsführer Alexander Lucke kündigte an, dass in Kürze bekanntgegeben werde, welche Orte als erste erschlossen werden.

Winterfeld l "Die Altmark schreibt Geschichte in Sachsen-Anhalt", sagte am Freitag Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens. Er war zur Vorstellung des Betreibers für das altmärkische Glasfasernetz in Winterfeld gekommen und betonte, dass mit der Gründung des Zweckverbandes Breitband Altmark und den bisher erzielten Erfolgen Pionierarbeit geleistet wurde. "Es ist der Beginn einer neuen Epoche", sagte Aeikens und kündigte die Unterstützung der Landesregierung an, denn "Breitband ist für unser Land wichtig". Sachsen-Anhalt erhalte 110 Millionen Euro von der EU für den Breitbandausbau. Aeikens: "Wir werden Sie begleiten mit Rat, Hilfe und auch unterstützen, wenn sich eine wirtschaftliche Lücke auftut." Der Minister bedauerte, dass sich drei Kommunen, so die beiden Kreisstädte Salzwedel und Stendal sowie die Gemeinde Diesdorf, dem Verband noch nicht angeschlossen haben. Er hoffe, dass dies noch gelinge, denn es sei wichtig, dass es einen Verbund gebe.

Der Geschäftsführer des Zweckverbandes und Salzwedels Landrat, Michael Ziche (CDU), erklärte, dass gemeinsam mit den altmärkischen Sparkassen und der Bank Nord LB das Finanzkonzept aufgestellt werde.

"Wir werden jetzt gemeinsam intensiv in die Planung einsteigen und entscheiden, welche Orte wir zuerst erschließen", sagte Alexander Lucke, dessen Unternehmen, DNS:NET den Zuschlag für den Netzbetrieb erhielt. Den Kunden werde Internet, Telefonflatrate und Kabelfernsehen für zusammen 49,90 Euro angeboten. Das Unternehmen stelle die Endgeräte zur Verfügung. Sie seien fähig, Datenraten von einem Gigabyte aufzunehmen.

Lucke beglückwünschte den Zweckverband zur Entscheidung, Glasfaserkabel-Technologie zu nutzen: "Es wird einmal richtig gebaut für lange Zeit." Es soll auf FTTH (Fiber To The Home), was Glasfaser bis ins Haus bedeutet, oder bis zu Verteilerstationen unweit der Wohnungen gesetzt werden. Dabei müssten nicht alle Kabel neu verlegt werden, ein Großteil sei bereits vorhanden, weil Unternehmen wie die Telekom oder Gas- und Stromversorger bei Tiefbaumaßnahmen Glasfaser mit verlegt hätten. "Davon ausgehend müssen wir rechts und links schauen, welche unversorgten Orte es gibt und bauen aus", erklärte er.

Die DNS:Net ist ein 1998 gegründetes mittelständisches Unternehmen aus Berlin/Brandenburg mit 50 Mitarbeitern. Wie der Geschäftsführer berichtete, habe es bereits 70 Breitbandprojekte umgesetzt.

Ein Infrastrukturpartner beim Netzausbau wird die Avacon sein. Das Motto laute "Synergien durch Kooperation" sagte Avacon-Vertreter Marco Braune-Frehse und verwies auf die vielen Tiefbauprojekte des Unternehmens.

Auch Christian Zieske, der stellvertretende Geschäftsführer des Breitbandbüros des Bundes, betonte: "Glasfaser ist nachhaltig, weil es in absehbarer Zeit nichts Schnelleres und Belastbareres geben wird." Die Kooperation einer ganzen Region für den Breitbandausbau sei sehr innovativ. Zieske: "Es ist der richtige Weg." Zu der Präsentation waren Bürgermeister aus der ganzen Altmark, Ratsmitglieder, Landtagsabgeordnete und Stendals Landrat Carsten Wulfänger (CDU) gekommen.