Auch wenn es ums Wracktauchen im Arendsee ruhiger geworden ist: Das Angebot des Tourismusvereins gibt es noch. Gut frequentierte Einstiegsstelle ist am Steg des "Deutschen Hauses". Doch möglich macht das nur eine Ausnahmeregelung.

Arendsee l "Ich tauche seit zwei Jahren leidenschaftlich gern in deutschen Seen und wohne seit kurzem im Wendland - da liegt der Arendsee als Tauchspot natürlich nahe", schrieb Heiko Bieniußa via Facebook an die Volksstimme. Doch als er kürzlich zu dem 2006 versenkten ehemaligen Patrouillenboot tauchen wollte, sei er mit Schwierigkeiten konfrontiert worden. "Einfach zu betauchen wäre es vom Steg des Hotel Deutsches Haus oder aber von der ursprünglichen Einstiegstelle am Nagelweg", heißt es weiter. Doch letzter ist unzugänglich, weil sich dort das Versuchsfeld des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie Berlin befindet.

Und nach weiteren Recherchen soll die Einstiegsstelle am "Deutschen Haus" nicht in der neuesten Arendsee-Verordnung des Altmarkkreises Salzwedel von 2008 zur Regelung der Gewässernutzung aufgeführt sein. "Demnach ist der dem Wrack nächstgelegene Taucheinstieg der Einstieg an der Klosterkirche/Kaskade auf der einen und Tauchclub auf der anderen Seite", so der Taucher. Beide Einstiegstellen seien aber so weit vom Wrack entfernt, dass ein Erreichen der Stelle mit normaler Sporttauchausrüstung schier unmöglich erscheint. Auch die Nutzung von Booten sei auf dem Arendsee stark reguliert - abgesehen davon habe nicht jeder Taucher ein Boot zur Verfügung.

Akteure müssen auch selbst etwas tun

"Vom Deutschen Haus aus ist meines Wissens nach immer noch der Einstieg für Taucher möglich", versicherte Vorsitzender Gebhard Wolf vom Tourismusverein, der das Projekt 2006 mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Leader-Programm startete. Zwei Jahre lang gab es finanzielle Unterstützung auch für eine Arbeitskraft, die sich um Organisation und Werbung kümmerte.

Danach blieb zwar das Angebot bestehen, aber: "Tauchklub und andere Akteure müssen auch selbst etwas dafür tun, dass die von uns geschaffene Möglichkeit genutzt werden kann", betonte Wolf.

Das ist beim "Deutschen Haus" der Fall. "Bei uns ist der Tauchclub Göhrs aus Jameln im Wendland sehr interessiert und aktiv", erklärte Hotelchef Burkhard Bannier. Es seien auch ständig Tausch-Pressluftflaschen vorhanden, um auch Hotelgästen das Wracktauchen zu ermöglichen.

Der Knackpunkt sei allerdings die Genehmigung der Einstiegsstelle gewesen. "Um die zu legalisieren, musste ich einen Antrag beim Altmarkkreis Salzwedel stellen, der mir inzwischen auch mündlich genehmigt wurde."