Salzwedel l Die Stadt hat es jetzt Schwarz auf Weiß: Bis 2017 plant die Telekom, in Salzwedel und in der Mehrheit der Ortsteile ihr Telefonnetz für schnelles Internet aufzurüsten. In einem gestern von der Verwaltung veröffentlichten Schreiben des Unternehmens heißt es: "Die Telekom wird einen FTTC-Eigenausbau (Glasfaserkabel bis zum Verteilerkasten, Anm. d. Redaktion) ohne kommunale Kostenbeteiligung bis 2017 realisieren."

Verfügbar sein soll das schnelle Netz mit Geschwindigkeiten bis 50 Mbit demnach außer im Vorwahlgebiet der Kernstadt auch in den Regionen Henningen, Mahlsdorf, Kuhfelde und Wallstawe. Dort wo die Voraussetzungen es erlauben, seien über Vector-Technik sogar Geschwindigkeiten bis 100 Mbit/Sekunde vorgesehen. Das Schreiben vom 4. Dezember ist die Antwort auf eine offizielle Anfrage von Oberbürgermeisterin Sabine Danicke an die Telekom vom 6. November. Darin hatte Danicke um eine "verbindliche Information" darüber gebeten, ob das Unternehmen plant, bis 2017 das komplette Gebiet der Hansestadt mit mindestens 30 Mbit/Sekunde zu versorgen.

Bereits am 12. November hatten Marketing-Amtsleiter Olaf Meining und Sabine Danicke Fraktionsvorsitzende und Ortsbürgermeister bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus über die Ausbaupläne der Telekom informiert. Damals war vom Netzausbau in 36 von 48 Ortsteilen mit Geschwindigkeiten bis 100 Mbit/ Sekunde die Rede, Dokumente legte die Verwaltung aber nicht vor. Ein Mitarbeiter der Telekom hatte die Auskunft der Stadt auf Nachfrage der Volksstimme wenige Tage später als "schlicht falsch" bezeichnet und damit Zweifel an den Ausbauplänen ausgelöst.

Die Veröffentlichung des Antwortschreibens der Telekom kommt pünktlich zur Stadtratssitzung heute Abend um 18 Uhr im Foyer des Kulturhauses. Die Mitglieder des Gremiums werden dabei auch über den Antrag der Fraktion SPD und Für Salzwedel abstimmen, dem Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) ohne weitere Bedingungen beizutreten. Das kommunale Zweckbündnis hat sich ebenfalls den Ausbau schnellen Internets in der Region zum Ziel gesetzt, allerdings über die Verpachtung von selbst verlegten Glasfasernetzen mit FTTH-Technik (Glasfaserkabel bis in die Wohnung). Dabei sind theoretisch Geschwindigkeiten von über 1 Gigabit/Sekunde möglich. Die Frage eines möglichen Beitritts zum Zweckverband sorgt seit Monaten für Diskussionen in Salzwedel. Während Sabine Danicke sowie die Die Linke und Bürgerbund/Grüne den Beitritt wegen der Befürchtung finanzieller Risiken ablehnen, gehören SPD/Für Salzwedel, Salzwedel-Land sowie Teile der CDU zu den Fürsprechern eines Beitritts. Dem Zweckverband Breitband gehören alle Kommunen der Altmark mit Ausnahme von Salzwedel, Stendal und Diesdorf an. Erst in der vergangenen Woche hatte der ZBA mit dem Unernehmen DNS:Net den künftigen Betreiber für sein Glasfasernetz vorgestellt.