Der Traditionsverein Erdöl-Erdgas hält weiter am Aufbau einer symbolischen Erdgasfackel auf dem Chüttlitzer Kreisel fest. Die Umsetzung des Projektes ist aber fraglicher als je zuvor.

Salzwedel l Heftige Kritik an Landesverwaltungsamt und Landkreis haben die Mitglieder des Traditionsvereins Erdöl-Erdgas bei ihrer Jahresversammlung im Café Adlerhorst geübt. Die beiden Behörden hätten im ablaufenden Jahr verhindert, dass der Verein eine mit viel Mühe und finanziellem Aufwand fertig gestellte symbolische Erdgasfackel auf dem Chüttlitzer Kreisverkehr aufstellen konnte, sagte der scheidende Vorsitzende Bernd Steinmetz. "Ablehnende Entscheidungen wurden gefällt, ohne die Antragsteller anzuhören und in die Begehung vor Ort einzubeziehen." So könne man mit Menschen, die ehrenamtliche Arbeit leisten, nicht umgehen, betonte Steinmetz. Der Verein hoffe weiter auf eine Lösung, die die Bebauung des Kreisverkehrs mit der Fackel erlaube.

Die 11,5 Meter hohe symbolische Erdgasfackel ist das am weitesten gediehene Projekt der Gruppe "Wegzeichen", in der sich Ehrenamtler und Vereine auf Initiative der Stadt für eine Gestaltung der Kreisel um Salzwedel zusammengefunden haben.

Die Landesstraßenbaubehörde hatte im Frühling bereits ihre Zustimmung für den Aufbau gegeben, dann aber folgte der Einspruch des Landkreises. Begründung: Aufbauten auf Kreisverkehren außerorts gefährden den Verkehr. Das Landesverwaltungsamt bestätigte die Entscheidung im Juli. Auch ein persönliches Schreiben von Oberbürgermeisterin Sabine Danicke an Ministerpräsident Reiner Haseloff änderte nichts am Verbot.

Noch haben Stadt und Initiatoren des Projektes die Hoffnung auf eine Umsetzung trotzdem nicht aufgegeben. Ein Weg könnte die Einrichtung einer Tempo-50-Zone in Chüttlitz sein, die die Stadt vor wenigen Wochen beim Landkreis beantragt hatte. Zwar war die Motivation für den Antrag vor allem, Gefahren und Lärmbelastung durch überhöhte Geschwindigkeiten an der B71 zu reduzieren. Bei einer Genehmigung könnte der Chüttlitzer Kreisverkehr aber als Anlage des innerörtlichen Verkehrs behandelt und damit bebaut werden.

Nachdem Kreisdezernent Hans Thiele in der vergangenen Woche die Ablehnung auch dieses Antrags in Aussicht gestellt hatte (wir berichteten), bleibt der Stadt jetzt noch eine Einspruchsfrist von wenigen Tagen. Scheitert auch dieser Versuch, wäre danach die Erstellung eines aktuellen Lärmgutachtens wohl die letzte Möglichkeit, doch noch eine Tempo-50-Zone zu erreichen. Wolfgang Kappler, Ortsbürgermeister von Chüttlitz, sagte, die Erstellung des Lärmschutzgutachtens sei für ihn eine Option.