Salzwedel (fl) l Bei einer möglichen Umstrukturierung der notärztlichen Versorgung im Altmarkkreis Salzwedel sieht Landrat Michael Ziche vor allem die Krankenkassen in der Pflicht. "Wir haben schon vor Jahren Druck gemacht, durften aber nicht wie wir wollten, weil die Krankenkassen sich quer gestellt haben", sagte er gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Mit dreieinhalb Notarztstellen halte man sich aktuell an die gesetzlichen Vorgaben. Zur Neuausschreibung des Rettungsdienstes 2015 wolle man ein neues Gutachten erstellen lassen. Allein durch Ausbau der Amerikalinie und den damit verbundenen Wartezeiten an den geschlossenen Bahnschranken, hätten sich die Gegebenheiten deutlich verändert. "Wir können nicht zulassen, dass die Packebuscher und Brunauer zu Menschen zweiter Klasse werden, weil der Notarzt es dorthin nicht mehr rechzeitig schafft", sagte Ziche.

Die Absicherung der notärztlichen Versorgung sieht er nicht als Aufgabe der Krankenhäuser an. "Dann müssten wir auch die niedergelassenen Ärzte berücksichtigen. Die waren bei dem tragischen Unfall auf dem Weihnachtsmarkt Salzwedel auch keine 100 Meter entfernt."