Arendsee (hrä) l "Es ist ein schlechtes Zeichen nach außen, aus finanziellen Gründen die Aufnahme von Flüchtlingen abzulehnen", erklärte Stadtrat Thomas Schlicke (Die Linke) am Dienstagabend während der Sitzung des Arendseer Sozialausschusses. "Es geht dabei um Hilfe für Menschen, die aus Not oder Krieg ihre Heimat verlassen mussten und alles verloren haben", machte der Ausschussvorsitzende seinen Standpunkt klar.

Stadt gesprächsbereit im Rahmen ihrer Möglichkeiten

Das Thema sei aktuell und von hoher Brisanz gerade angesichts von fremdenfeindlichen Protesten, aber die Zuständigkeit liege nicht bei der Stadt, sondern beim Altmarkkreis Salzwedel, ging Bürgermeister Norman Klebe auf die Argumentation ein. Man werde sich nicht verweigern, wenn der Landrat auch an Arendsee die Aufforderung zur Unterbringung von Flüchtlingen stellen werde. Noch sei das nicht der Fall. "Aber die Zahl der Neuankünfte wächst, liegt derzeit bei 400 Menschen und zu erwarten sind 450 bis zum Jahresende." Und in der Folge würden monatlich bis zu 40 Menschen in Not erwartet.

Das Problem sei, dass eine Unterbringung nicht in Massenquartieren, sondern in Wohnungen erfolgen solle. "Wir haben im Moment keine freien kommunalen Wohnungen", sagte Klebe. "Wir sind gesprächsbereit und wollen helfen, aber das geht nur im Rahmen unserer Möglichkeiten." Es müssten Aktivitäten im privaten Bereich ins Auge gefasst werden. Solle das auch auf den Dörfern machbar sein, bestehe die Schwierigkeit von ärztlicher Versorgung, Verkehrsanbindung und Erreichbarkeit der Ämter für die Betroffenen.