Noch ist das ehemalige Brauhaus an der Altperver Straße eine Bruchbude. Doch das soll sich bereits 2015 ändern. Denn Investoren wollen vier Millionen Euro in das Haus stecken.

Salzwedel l Im alten Brauhaus an der Altperverstraße scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Zwischen abgebröckeltem Putz und Müll rosten alte Kohleherde und Badewannen vor sich hin. Im tristen Nebengebäude, das an der schmalen Nicolaistraße steht und einst die Braukessel beherbergte, leuchtet in einer Kammer ein blauer Kinderwagen, der so aussieht, als ob er gerade aus einem Museum gerollt ist. Der Gebäudekomplex, der derzeit wie ein graues Relikt der Vergangenheit wirkt, hat aber die Chance auf eine Zukunft, die der Wahl-Salzwedeler Andreas Gödecke mithilfe von Investoren gestalten möchte.

Im Nebengebäude soll wieder Bier gebraut werden und im viergeschossigen Haus an der Altperver Straße sieht der Plan ein Restaurant, eine Bar und ein Hotel mit 18 Zimmern vor. Mit rund vier Millionen Euro Sanierungskosten rechnet Andreas Gödecke. Ein Großteil des Kapitals bringen die Investoren auf. Einen Teil der Gesamtkosten möchte Gödecke versuchen, über Fördermittel zu decken. "Wenn alles, aber auch wirklich alles glatt geht und wir die Genehmigungen erhalten und die Kosten, mit denen wir kalkuliert haben, sich nicht massiv erhöhen, wollen wir im Spätsommer 2015 mit dem Bauen beginnen", blickt Andreas Gödecke voraus.

Drei Varianten für Sanierung

Bis dahin muss allerdings noch geklärt werden, wie mit dem alten Haus an der Altperver Straße verfahren wird. "Es gibt drei Arten der Sanierung, die in Frage kommen", erklärt Andreas Gödecke und nennt eine komplette Instandsetzung der alten Baussubstanz, den Erhalt der Fassade mit einem rückwärtigen Teilneubau und einen Komplettabriss mit einen originalgetreuen Neubau als Varianten. Diese Frage stellt sich aber nur für das Vorderhaus. Der Brauereiflügel an der Nicolaistraße sei von der Substanz her gut in Schuss sein und soll erhalten bleiben.

Im Innenhof sieht das Konzept eine große Terrasse vor, die mit einem mobilen Dach vor Regen geschützt werden kann. So wollen die Investoren gute Voraussetzungen für kulturelle Veranstaltungen auf dem Gelände schaffen. Vom Außenbereich sollen die Gäste außerdem die Brauerei und die offene Küche einsehen können. Andreas Gödecke erklärt: "Das Brauhaus soll kein Restaurant oder eine Kneipe, sondern etwas ganz Besonderes werden."

Der Betrieb soll nach der Fertigstellung auf zwei bis drei Schultern verteilt werden. Die Brauerei wird von einer Genossenschaft unterhalten und für das Haupthaus will Andreas Gödecke Pächter für die Gastronomie und das Hotel finden. Interessenten habe Gödecke bereits einige.

"Wir achten darauf, dass die Pacht nicht zu hoch wird, damit der Pächter jedes Jahr wechselt. Deshalb liegt die Investionsgrenze auch bei vier Millionen Euro", erklärt Gödecke. Die Wahl des Betreibers wollen sich die Investoren nicht leicht machen. So sollen in der Küche regionale Produkte verwendet und keine Tütensuppen aufgerissen werden, wie Gödecke sagt. Doch davor muss erst einmal der Bautrupp anrücken. Und wenn das Brauhaus fertig ist, weiß Andreas Gödecke schon ganz genau, was passiert: "Dann bin ich eine Woche betrunken", erklärt er und lacht.

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