Mit monatlichen Spenden die Not eines Kindes etwas lindern: Das ist der Wunsch von Hanfried Plato aus Beetzendorf. Er hat seinen Patensohn Joel in Uganda besucht.

Beetzendorf l "Ich helfe gern. Aber ich möchte auch sehen, was mit meinem Geld passiert": Das sagt Hanfried Plato. Als er vom Freundeskreis christliche Sozialarbeit in Uganda hörte, der in Hankensbüttel ansässig ist, war ihm sofort klar, dass dies das Richtige für ihn sei. Diese Organisation, die Hilfe zur Selbsthilfe im Butiru Christian College anbietet, sucht Paten für Waisenkinder und ermöglicht es, diese vor Ort kennenzulernen.

Schotterpisten und Huckel in den Ortschaften

Der achtjährige Joel, das Patenkind des Beetzendorfers, stellte sich erst einmal per Brief vor. Und der Altmärker erhielt zugleich die Einladung nach Uganda. "Wir können gucken, wo die Spenden geblieben sind und wie gearbeitet wird, aber haben auch die Möglichkeit, dort Urlaub zu machen", berichtet Hanfried Plato, der mit anderen Paten auf Reisen gegangen ist. Für ihn sei die erste Variante die interessantere gewesen. Denn er wollte einen Eindruck vor Ort gewinnen, mehr über das afrikanische Land erfahren und natürlich auch helfen. "Seit fast 30 Jahren arbeitet Schwester Elisabeth Schulz, die aus der Nähe von Hankensbüttel kommt, in Uganda. Dadurch hatten wir auch eine Kontaktperson vor Ort", schildert er.

Der afrikanische Staat sei ein sehr armes Land. Es gebe nur Schotterstraßen und in den Ortschaften Huckel, damit man noch etwas abbremsen müsse. "Durch die Äquatornähe wird es abends um sieben schlagartig dunkel bis zum nächsten Morgen um sieben", erzählt Hanfried Plato.

Joel, sein Patensohn, sei jetzt in die Schule gekommen. "Mit meiner 30-Euro-Spende im Monat finanziere ich nicht nur die Schule, sondern auch die medizinische Betreuung, die Verpflegung, die Kleidung und das Wohnen", beschreibt der Beetzendorfer, der erschrocken gewesen sei, dass das ganze Hab und Gut des Jungen in eine Blechkiste passe. In Uganda lernte er auch den Onkel seines Patensohnes kennen, der selbst acht Kinder hat und Joel in den Ferien bei sich aufnimmt. Die Schule, die der Junge jetzt besuche, werde übrigens vom Staat anerkannt. "Dafür hat sich der Freundeskreis stark gemacht und das auch durchgesetzt", erzählt der Beetzendorfer. Zudem würden Waisenkinder ans Handwerk herangeführt, lernen beispielsweise mehr übers Tischlern. Er selbst habe mitgeholfen, Schulbänke zu bauen. "Alles per Hand. Elektrische Maschinen gibt es dort keine", hat er beobachtet. Und er habe bemerkt, dass die Menschen in Uganda lernwillig seien: "Sie verarbeiten frisches Holz, so dass scharfe Kanten entstehen. Ich habe ihnen gezeigt, wie man diese mit dem Messer bricht."

Die Mädchen würden das Schneidern lernen. Deshalb habe er Nähmaschinen spendiert, so dass sie besser ausgebildet werden können.

Genossenschaft ist gegründet

"Die Menschen sind sehr herzlich. Aber es fehlt noch an vielem", hat er erlebt. Der Wille, etwas besser zu machen, sei da. Die Menschen würden mit der Rinderzucht beginnen, um Milch zu haben, würden Schweine züchten. Und sie hätten eine Genossenschaft gegründet. Diese würde die Ernte verwalten, diese gewinnbringend verkaufen und davon Saatgut fürs nächste Jahr einkaufen. "Eine Reserve für eine eventuelle Hungersnot wird zurückbehalten", beschreibt er.

Der Klimawandel sei auch in Afrika zu spüren. "Eigentlich waren wir in der Regenzeit da. Aber in den 14 Tagen hat es lediglich dreimal geregnet", erzählt Hanfried Plato.

Für ihn steht fest: Er möchte seinem Patensohn gern weiter helfen. Und im Jahr 2016 möchte er noch einmal nach Afrika fliegen, um zu sehen, wie sich Joel weiterentwickelt hat.

Ansprechpartner für den Freundeskreis ist Manfred Wardin unter E-Mail manfredwardin@yahoo.de. Hanfried Plato, 039000/479, vermittelt ebenfalls den Kontakt.