Die traditionsreiche Arendseer Möbelmanufaktur hatte nach der Wende mit Problemen zu kämpfen. Nach der Übernahme eines Leipziger Unternehmens stehen nun die Zeichen auf Wachstum.

Arendsee l Der Absatz von Massivholztüren hat sich in den vergangenen zwölf Monaten in Deutschland nahezu verdoppelt und ist damit überdurchschnittlich zum Gesamtmarkt für Innentüren gewachsen. Dieser Erfolg geht auf die Bemühungen einer kleinen Türen-Manufaktur in Arendsee zurück. "Die großen Türenhersteller und Vertriebsketten haben vor einigen Jahren das Sortiment an Massivholztüren eingeschränkt oder diese ganz aus dem Angebot genommen", stellt Norman Langbein, Geschäftsführer von DeineTür.de, fest.

Gefertigt werden die Türen von 32 erfahrenen Mitarbeitern in einer kleinen Manufaktur in Arendsee. Als die Leipziger Firma die Produktionsstätte 2012 übernahm, waren es lediglich 25. "Wir sind weiter auf der Suche nach Arbeitskräften. Vor allem nach gut ausgebildeten Tischlern", erklärt Robert Jacob. Doch gerade die Fachkräfte machen sich rar. "Wenn wir ein ähnliches Programm in Leipzig, Berlin oder Hamburg aufziehen würden, hätten wir diese Probleme nicht", meint Jacob. Dennoch hält die Firma am Standort Arendsee fest und will die Produktion sukzessive ausbauen.

Die Geschichte des Standortes Arendsee ist mehr als 65 Jahre alt. Gegründet wurde das Werk im Mai 1947 als Möbelbetrieb mit dazu gehörendem Sägewerk. 1949 geht der Betrieb von der Treuhandschaft über in die Konsumgenossenschaft. Der Name war Holzwerkstätten Arendsee. Die Produktion wechselte von Schulmöbeln über Reformküchenschränke bis zu Schreibmaschinentischen. 1962 erfolgte eine Umstellung auf die Herstellung von Ladenausrüstungen. Serienproduktion hieß bald das Zauberwort. 1963 wurden die berühmten Wohnzimmeranbauwände produziert, die sogar der Renner in Katalogen des damaligen Versandhauses Karl-Marx-Stadt waren. In den folgenden Jahren wurden verschiedene Modelle kreiert.

1987, im Jahr des 40-jährigen Bestehens, wurden 2125 Stück der vier Meter langen Schrankwände hergestellt, das Sägewerk produzierte 3240 Meter Schnittholz.

Doch 1989 brachte die Wende entschiedene Veränderungen. Aus dem Konsum-Holzverarbeitungswerk wurde eine Holz- und Möbel GmbH. Mehrfache Wechsel folgten, bis 1993 die Maschinen stillstanden. Erst 1997 gab es einen Neuanfang mit einer Höwischer Firma, die in Arendsee Türrahmen aus Holz bauen ließ. 2012 übernahm "Meine Tür" mit Sitz in Leipzig die Produktionsstätte und scheint nun die Manufaktur in die Erfolgsspur zurückzubringen.