Salzwedel l Die Amtszeit des neuen Salzwedeler Bürgermeisters, des Regierungsref-rendarius Emil Albrecht Carl von Bennigsen-Förder, beginnt im Jahres 1832. Er trat die Nachfolge Georg Heinrich Gerlachs an, der, wie es heißt, viele Jahre lang "mit ausgezeichneter Milde und Rechtschaffenheit" das Stadtregiment geführt hatte.

Von Bennigsen-Förder übernahm die Verwaltungsleitung einer "durch regen Gewerbefleiß in den letzten Jahrzehnten besonders aufgeblühten Stadt", wie es im "Salzwedeler Wochenblatt aus dem Jahre 1932 heißt. Die Einwohnerzahl war von rund 4500 im Jahr 1800 auf etwa 6900 im Jahr 1832 gestiegen. Salzwedel stand damit an der Spitze der altmärkischen Städte.

Das Hauptgewerbe war die Tuchfabrikation, die bereits in früheren Jahrhunderten einen wichtigen Erwerbszweig der Stadt gebildet hatte.

Mit Tuchfabrikation auf Platz zwei

Der Umsatz in Tuchstücken wird 1840 für Salzwedel auf 500000 Taler angegeben. Damit stand Salzwedel an zweiter Stelle im Regierungsbezirk Magdeburg und übertraf die Umsätze der übrigen altmärkischen Städte auf diesem Gebiet um ein Vielfaches. Stendal zum Beispiel um das 33-fache, Gardelegen um das 125-fache.

Daneben spielten aber auch die Tuchbereitung, die Herstellung von Leder sowie etwa 35 Brauereien eine Rolle. Die Stadt war unter der Leitung von Bennigsen-Förder bemüht, die Straßen entsprechend dem steigenden Wohlstand zu verbessern. Wegen Einsturzgefahr musste 1837 das Lüchower Tor niedergerissen werden. Die großen Brände in den Jahren 1834 und 1836 trugen dazu bei, dass in Salzwedel viel gebaut werden musste. Unter anderem siedelte sich auch eine Ziegelei auf städtischem Gebiet an.

Auf der Grundlage der wirtschaftlichen Blüte konnte auch das kulturelle Leben erstarken. Eine private Industrieschule wurde unter Magistratsaufsicht gestellt und den gesteigerten Bedürfnissen mehrfach angepasst.

Erste Buchhandlung wird eröffnet

Zudem wurde die erste Buchhandlung eröffnet, ein (allerdings nicht lebensfähiger) Gesangverein gegründet und das Bürgerschulhaus (1845) errichtet. In diese Zeit fiel auch die Bildung des "Altmärkischen Vereins für vaterländiche Geschichte und Industrie". Erster Sekretär war Professor Danneil, Archiver Bürgermeister von Bennigsen-Förder.

In der ersten Zeit seiner Amtszeit hatte Bürgermeister von Bennigsen-Förder viel mit "äußerst verwickelten Separationssachen" zu tun. Auch die Versorgung der Stadt mit brauchbarem Trinkwasser war damals - wie auch in den folgenden Jahrezehnten - bis zur Einrichtung des Wasserwerks eine dauernde Sorge der städtischen Körperschaften.

1847 stirbt von Bennigsen-Förder. Sein Nachfolger wird, gewählt von der Stadtverordnetenversammlung, Oberlandesgerichtsassessor Friedrich Wilhelm Fügemann, der bis 1852 an der Spitze der Stadt stand.