Salzwedel l Die russische Sprache hat in diesen Tagen keinen leichten Stand. Nach der Wiedervereinigung aus der Mode gekommen, gilt sie vielen Schülern bis heute als schwierig oder gar out. Und die aktuelle politische Lage scheint nicht dazu angetan, die Sprache des großen Nachbarn attraktiver zu machen.

Trotz aller Umbrüche kann sich das Russische am Salzwedeler Gymnasium 25 Jahre nach der Wende aber offenbar behaupten. Wie weit einige junge Salzwedeler dabei kommen, zeigt das Beispiel von Simon Rodewohl, Schüler der zehnten Klasse aus Pretzier.

Erfolgreiche Salzwedeler

Nachdem er wiederholt den ersten Platz der schulinternen Russischolympiade belegt hatte, holte der 15-Jährige im Oktober den zweiten Platz bei der Russisch-Landesolympiade in Dessau-Roßlau.

Mit nur eineinhalb Punkten Abstand auf die Erstplatzierte verpasste er dabei nur knapp den Sieg. Simon Rodewohl setzt mit seiner Platzierung zum zweiten Mal in Folge ein Achtungszeichen für das Gymnasium der Hansestadt. Bei der vorangegangenen Olympiade im Jahr 2012 hatte mit Julian Heide ein Schüler aus Salzwedel den Wettbewerb sogar gewonnen.

Während Julian Heide derzeit in Moldawien ein Auslandssemester absolviert und später Slawistik studieren will, hat sich Simon Rodewohl beruflich allerdings noch nicht festgelegt. Denkbar wäre etwas mit Ingenieurwesen, Wirtschaft oder auch Sprachen, erzählt er. Das Englische komme dabei aber ebenso in Frage wie das Russische.

Überhaupt wirkt der 15-Jährige trotz seiner hervorragenden Leistungen sehr entspannt. Mit seinen sprachlichen Leistungen bei der Landesolympiade sei er zwar nicht ganz zufrieden gewesen: "Für mich war das aber noch mal ein schöner Abschluss", betont Rodewohl, der bei der nächsten Landesolympiade in zwei Jahren bereits zu alt für eine Teilnahme sein wird.

Es passt einfach

Weitermachen wird der Jugendliche aus Pretzier trotzdem mit dem Russischen. Neben der Wahl der Sprache in der Kursstufe könne er sich vorstellen, auch an einem Schüleraustausch, beispielsweise in St. Petersburg, teilzunehmen, erzählt er. Am Russischen gefällt dem Schüler etwa die Vielfalt. "Es ist zwar schwierig, mit den vielen gleichklingenden Buchstaben, aber es passt eben einfach", sagt er. Die Tatsache, dass es passt, ist dann wohl auch das Geheimnis hinter den Leistungen des 15-Jährigen. - Zur Russischen Sprache hatte er einfach von Anfang an einen Draht.

Daran, dass es gegen den großen Trend auch anderen Schülern am Salzwedeler Gymnasium so geht, dürften Russischlehrer wie Michaela Hille ihren Anteil haben.