Die Bevölkerung Salzwedels ist 2014 weiter geschrumpft. Grund dafür ist vor allem die anhaltend niedrige Geburtenrate. Der Zuzug von Ausländern konnte das Defizit nicht kompensieren.

Salzwedel l Salzwedel hat im vergangenen Jahr erneut 211 Einwohner verloren. Damit setzt sich der langfristige Trend der Bevölkerungsabnahme fort. Lebten zu Jahresbeginn noch 24835 Einwohner auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde, so waren es am Ende nur noch 24624.

205 Babys, 310 Todesfälle

Der Rückgang der Einwohnerzahl hat mehrere Ursachen. Zum einen starben 2014 mehr Menschen, als Kinder geboren wurden: Insgesamt 205 Babys kamen in Salzwedel zur Welt, ihnen standen 310 Todesfälle gegenüber (Differenz: -105). Zum anderen zogen mehr Menschen aus der Hansestadt weg, als Neubewohner hinzukamen: 1485 Fortzüge standen 1105 Zuzügen gegenüber (Differenz: -91).

Vom Bevölkerungsschwund waren sowohl das Zentrum als auch die Mehrheit der Ortsteile betroffen. Allein die Kernstadt schrumpfte von 16969 auf 16845 Einwohner (-124). Während die Zahl der Geburten mit 148 hier deutlich unter der der Sterbefälle lag (236; Saldo: -88), ergibt sich bei der Wanderung ein zumindest ausgewogeneres Bild: 1047 Fortzüge standen hier immerhin 1002 Zuzügen gegenüber (Differenz: -45).

Verantwortlich für die vergleichsweise milde Abwanderung im Zentrum ist der verstärkte Zuzug von Einwohnern mit ausländischen Wurzeln. Ein Wanderungsplus von 83 Personen kompensierte das Wanderungsminus unter deutschen Bewohnern von -128 Personen. Auch bei den Geburten fingen Menschen mit Migrationshintergrund das Defizit in der deutschen Bevölkerung auf. So wurden bei 0 Todesfällen 11 Kinder mit ausländischen Wurzeln in Salzwedel geboren. In der deutschen Bevölkerung starben dagegen bei 148 Geburten 236 Menschen.

Pretzier ist gewachsen

Unter den Salzwedeler Ortsteilen gibt es durchaus Dörfer, die 2014 Einwohner hinzugewannen. So konnte Salzwedels zweitgrößter Ortsteil Pretzier seine Bevölkerung von 1053 auf 1068 steigern. Verantwortlich dafür war ein Plus sowohl bei den Umzügen (+11) als auch bei der Differenz aus Geburten und Sterbefällen (+3).Einwohnergewinne verzeichneten daneben etwa auch Brewitz (von 93 auf 107), Henningen (von 193 auf 198) oder Stappenbeck (von 182 auf 191). Verluste kassierten dagegen etwa Chüttlitz (von 444 auf 434), Cheine (von 303 auf 285), Langenapel (von 243 auf 233) oder auch Ritze (von 232 auf 222).

Der Rückgang der Einwohnerzahl fällt weniger deutlich aus als vom Statistischen Landesamt vorausberechnet. Die Behörde hatte für das aktuelle Kalenderjahr lediglich 23506 Einwohner für Salzwedel prognostiziert, 1118 weniger als tatsächlich in der Stadt leben.

Langfristig dürfte sich der Bevölkerungsschwund dennoch fortsetzen. Verantwortlich dafür sind die anhaltend niedrige Geburtenrate und die Abwanderung vor allem junger Menschen. Anders als Salzwedel hat die Nachbarkreisstadt Stendal 2014 eine Bevölkerungszunahme von 340 in der Kernstadt verzeichnet. Vor allem für junge Familien ist Stendal attraktiver geworden.