Bis zu 3,4 Millionen Euro will die Wohnungsbaugesellschaft Salzwedel 2015 in ihren Bestand investieren. Leuchtturmprojekt ist der Neubau an der Pagenbergstraße 55. Sorgen bereitet allerdings der zunehmende Leerstand.

Salzwedel l Die Wohnungsbaugesellschaft Salzwedel sieht sich mit wachsendem Leerstand konfrontiert. Bei 9,6 Prozent lag die Quote Ende 2014. Das entspricht einem Anstieg von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Wir hatten auch schon mal 7,6 Prozent", sagt Wobau-Geschäftsführerin Gudrun Bubke. Seit etwa zwei Jahren aber wirke sich der Rückgang der Einwohnerzahl in Salzwedel (2014: -211) wieder zunehmend auf den Wohnungsmarkt aus. - Und das trotz des Rückbaus von Altbeständen, den die Wobau seit der Wende immer wieder vorgenommen hat.

Dennoch ist Gudrun Bubke mit dem zurückliegenden Kalenderjahr nicht unzufrieden. Seit Jahren investiere die Wobau jährlich zwischen 3,2 und 3,4 Millionen Euro in ihren Bestand, sagt sie. Immerhin 2500 Wohnungen in der Kernstadt betreut das Unternehmen derzeit.

Leuchtturmprojekte waren im vergangenen Jahr die Sanierung des Wohnhauses an der Neuperverstraße 63 mit 10 Wohnungen und der erste Neubau seit der Wende mit 14 Wohnungen an der Pagenbergstraße 55.

Barrierefreies Wohnen wird immer attraktiver

Während alle Wohnungen des Hauses an der Neuperverstraße bereits seit Sommer 2014 belegt sind, ist auch die Nachfrage für den voraussichtlich im Mai fertig gestellten Neubau riesig. "Für die 14 angebotenen Wohnungen haben wir schon jetzt 70 Anfragen", sagt Bubke.

Das Geheimnis hinter der Attraktivität der neuen Wohnungen ist neben der zentralen Lage offenbar die Barrierefreiheit. Sowohl in der Neuperver- als auch in der Großen Pagenbergstraße sind alle Wohnungen behinderten- und altersgerecht konstruiert, so Bubke. Damit trage die Wobau der Tatsache Rechnung, dass die Bevölkerung in Salzwedel immer älter wird. "Aber auch die jungen Leute möchten heute bequemer wohnen als noch vor einigen Jahren." Als Zielgruppe seien sie deshalb ebenso angesprochen wie ältere Menschen.

Neben den Großprojekten hat die Tochtergesellschaft der Stadt auch 2014 in die Instandhaltung und Modernisierung ihres Bestands investiert. So sei im vergangenen Jahr etwa die Wasserinstallation in zwei Blöcken an der Thälmannstraße erneuert worden. Ein Block erhielt zudem eine neue Heizungsanlage und eine neue Dämmung im Dachgeschoss, berichtet Bubke. In Hinblick auf die Dämmung sieht sich die Wobau auch insgesamt gut aufgestellt. Im Großteil des Bestands habe das Unternehmen die Fassaden schon in den 1990er Jahren isoliert. "Damit liegen wir mit unseren Objekten im Energieverbrauch sehr gut."

Ab 2016 will die Wobau nun auch den Leerstand wieder stärker ins Visier nehmen. Dazu sollen mithilfe von Fördergeld aus dem Programm Stadtumbau Ost weitere Plattenbauten im Wohngebiet Arendseer Straße auf wenige Etagen zurückgebaut und modernisiert werden. "Im Dezember haben wir den Bescheid bekommen, dass wir das Geld bekommen werden", sagt Bubke. Auch wenn sie nicht immer sofort auf Zustimmung stößt, hat sich die Kombination von Rückbau und Aufwertung von Plattenbauten aus Sicht der Wobau-Geschäftsführerin bewährt. "Alle aufgewerteten Blöcke sind heute voll belegt", sagt sie. "Bei den Mietern kommt das sehr gut an."